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Crooked Man – Crooked House

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Ja, das Album ist neu! Glaubst du nicht? Kein Wunder, denn was Crooked Man auf „Crooked House“ fabriziert hat, könnte kaum klassischer sein.

Der Produzent aus Sheffield hat den House verstanden und sein Verständnis auf einer weiteren Platte kondensiert. Nach „Crooked Man“ darf man sich jetzt auf „Crooked House“ an der Interpretation eines Genres erfreuen, die weder modern noch generisch klingt.

Richard Barratt hat sein Genre verstanden und versucht sich zu erklären. Allein das synthetisch-naturalistische Pfeifen im Opener „Every Killer Needs A Friend“ ist gelebte Antithese, melodischer Gesang mit Seele zu Piano und Industrie.

Passender Titel für einen Track, der die Urbanisierung des Persönlichen in seiner Schauerhaftigkeit darstellt, ohne die Wärme zu vernachlässigen, die selbst die größte Stadt ausstrahlen kann. Das Piano tut sein Übriges und Vieles für den unausgesprochenen Diskurs, der auch im restlichen Album seinen Platz findet.

Da wäre zum Beispiel der Mittelteil, in dem Neo-Disco-Euphorie die Ambivalenz des Anfangs ersetzt und über drei Songs („Turnaround“, „Walls“, „Take It All Away“) den Kitsch und die unendliche Zelebrierung lebt.

Im Gegensatz zu kontemporärer Discomusik verzichtet Crooked Man bewusst auf die zunehmende Verdichtung seines Sounds, bleibt in Linie mit dem Sheffield-House ohne referentiell zu werden.„Crooked House“ ist Retro-Sound ohne Zitate.

Bloß nicht falsch verstehen! Barratt schreibt mit „Crooked House“ in keinster Weise eine Doktorarbeit ohne Literaturverzeichnis oder eine Bewerbung ohne Zeugnis. Stattdessen gelingt es ihm, in den Sound einer vergangenen Ära zurückzukehren, sie unvergangen zu machen.

Wie ein Zeit- und Weltenwanderer, der in der Vergangenheit Neues schafft. Mit Richard Kirk und Sweet Exorcist durfte Crooked Man selbst die Szene mitgestalten, mit welcher er jetzt im intertemporären Diskurs steht.

„Robots“ beendet das Album und ist gleichzeitig der Song, dessen atmosphärisches Wabern und gedämpftes Wummern am ehesten ein differenziertes Bild zeichnet, das ohne Verzerrung und Euphorie zurechtkommt. Ganz menschlich.

Wabern, Wummern und Roboter für ein gesundes Verständnis vom Menschen. Wenn das mal nicht retrofuturistisch klingt!

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