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Wild Child (Credit Chad Wadsworth)
Wild Child (Credit Chad Wadsworth)

Wild Child – The Runaround

„The Runaround“, zweites Album der aus Austin, Texas stammenden Folkband Wild Child ist in den USA zwar schon vor einem Jahr erschienen, dem frischen oder treffender erfrischenden Eindruck der elf Songs steht diese Verzögerung jedoch kein bisschen im Wege. Die Truppe um Kelsey Wilson und Alexander Beggins macht Musik, die klar ist wie ein Bergbach und so unbeschwert wie eine Folge von „Unsere kleine Farm“. Das soll an dieser Stelle keineswegs bekrittelnd gemeint sein, ganz im Gegenteil: was Wilson, Beggins und KollegInnen mit Ukulele, Banjo, Geige, Gitarre, Piano und vor allem Wilsons glockenhellem Gesang an guter Laune und optimistischer Grundhaltung ‚rüberbringen, ist genau das, was man im hiesigen Herbst dringend nötig hat.

Wie schon auf ihrem vielbeachteten Debüt „Pillow Talk“ von 2011 berufen sich Wild Child auf die Folkmusic der 1960er Jahre, allerdings ohne dessen Politaktivismus einerseits, noch verdrogtem Hippietum andererseits. Songs wie „This Place“ oder „Coming Home“ nehmen die HörerInnen freundschaftlich an die Hand, bei „Living Tree“ darf ausgelassen getanzt werden (im Background wird ordentlich gestampft und „Hey!“ gebrüllt), überhaupt entsteht auf Albumlänge der Eindruck, als wäre man Teil eines großen, aber keinesfalls unüberschaubaren Happenings.

Wild Child spielen im besten Sinne „for the people“: ihre Musik ist eine einzige, freundliche Aufforderung zum Mitmachen, Mitsingen, Mittanzen. Die Texaner haben sich in den knapp fünf Jahren ihres Bestehens den Ruf als umwerfende Liveband erspielt, man hört den Songs an, dass ihre UrheberInnen viel Bühnenerfahrung mit anderen Bands (wie zum Beispiel Alexander Beggins bei den Whiskey Shivers) gemacht haben. „The Runaround“ klingt super im heimischen Wohnzimmer, aber im Konzert kommen die Stücke zu ihrer eigentlichen Bestimmung.

Apropos Konzert: „Rillo Talk“, den sanften Schieber mit Geigenuntermalung (und augenzwinkernde Selbstreferenz zu „Pillow Talk“) kann man sich bestens als Fest- oder Konzertausklang vorstellen. Schwer vorstellbar ist wiederum, dass „The Runaround“ auf Ben Kwellers Label The Noise Company erschienen ist und auch von Kweller produziert wurde – schließlich veröffentlichte Kweller auf TNC bislang nur sich selbst. Aber offensichtlich haben Wild Child Ben Kweller mit ihrer ganz und gar positiven Ausstrahlung im Sturm, okay, im Morgenlüftchen erobert. Das wird ihnen mit fast allen anderen Leuten genauso gelingen!

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