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All We Are – All We Are

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Eine never-ending-Diskussionsstory: Kann man das, was aus unseren eher anspruchsvollen Boxen schallt, tatsächlich lernen? Wie entzaubernd voraussehbar werden künftige Songs, wenn sie an eigens dafür entworfenen Kreativ-Schmieden auf dem Paukerplan stehen – den ekelhaft berechenbaren Noten und subjektiven Wertungskriterien unterworfen? Get Well Soon-Mastermind Konstantin Gropper büffelte an der Popakademie. Katzenjammer trafen an einer privaten Musikhochschule in Oslo aufeinander. All We Are fanden sich am Liverpooler „Institute Of Performing Arts“ zusammen. Ein Glück auch, füttern sie doch in der Tat die Boxen mit nahrhafter Qualität.

Gestatten: Das internationale Trio nimmt sich nach eigenen – eingehend geprüften und für immens glaubwürdig befundenen – Aussagen des Genres „Psychedelic Boogie“ an. Das klingt nicht nur nach aufregender Unaufgeregtheit, das ist es auch – in seiner reinsten Musikform. Die recht indifferente Bezeichnung dürfte einer ziemlich kunterbunten Konstellation entspringen: aus Norwegen, Brasilien und Irland kommen die jeweiligen Drittel der gediegenen Formation.

Herrlich selbstvergessen und mit einer unerbittlichen Coolness stehen die elf Songs der Debutplatte unserem nervenaufreibenden Alltagswahnsinn gegenüber. Schon mit den ersten vocalsunterlegten Songs („I Wear You“) stellt sich die Frage: hochgepitchte Lethargie ohne Überanstrengung – das kann so funktionieren? Es kann. Mit groovender Rückendeckung und kopfstimmenlastigen Fronten graben sich All We Are auf direktestem Wege und ganz tief in das Bewusstsein der Hörer. Ganz, ganz tief. Wirklich: tief.

Die formschönen, abgerundeten Beats mit knackigen Gitarreneinschüben lassen bei zauberhaften Melodiephrasen nicht nur das Indie-Herz im Vierteltakt schmelzen, sondern auch jegliche Sinne. Dafür sind eine Vielzahl der Songkonstruktionen nach einem reibungslos funktionieren Schema zusammengesetzt, das keinerlei bösartige Kalkulationsunterstellungen zulässt: Die Gliedmaßen zucken lassende Beats unterstützen geschmeidig einen losgelöst-eingeflochtenen Gesang, der sich an wenig komplexen, aber mehrfach geschichteten Melodiephrasen entlanghangelt und in feinen Refrains immer wieder findet.

„All We Are“ sind irgendwie so sepia: rauchig, verwaschen, das Schöne aus dem hintersten Gedankenstübchen hervorlockend. Du erinnerst Dich zum mit funkigen Abstechern gespickten „Feel Safe“ an die guten alten, irgendwie wilden Festivaltage, an denen Du mit einem Glanz in den Augen in den Sonnenuntergang hineintanztest. Geschmeidig, elegant, alles in der romantischen Zeitlupe einer unfassbar heilen Welt.

Dazu tragen die öligen Sounds bei glasklar geschliffenen Produktionen und gering gehaltenen BPM maßgeblich bei. Keine Ahnung, ob man Pop lernen kann. Keine Ahnung, ob ich um das Kalkül hinter einer solchen Lehrmaschinerie wissen möchte. Doch ohne eine Anlaufstelle für internationale Talente, welche mit unterschiedlichem Background und buntem Einfallsreichtum, sowie dem einen oder anderen Kompromiss an ein so funktionierendes Genre herangehen, hätte es „ All We Are“ als Band und Platte sicherlich nicht gegeben. Darauf eine subjektive 1+, setzen!

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