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Feine Sahne Fischfilet – Bleiben Oder Gehen – Wellenbrecher

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Als The Clash auf „Combat Rock“1982 „Should I Stay Or Should I Go” sangen, folgte drei Jahre später deren Abgang. Feine Sahne Fischfilet stellen aktuell im Stück „Ich Glaube Dir“ nicht nur die Original-Frage, sondern geben dem Gedanken an das Verschwinden ihrem ganzen neuen Album mit auf den Weg. Gehen ist allerdings ohnehin nicht Sache des kampferprobten Sextetts aus Mecklenburg-Vorpommern, schon gar nicht, wenn es darüber zu sprechen gilt, dass Fisch mitunter gewaltig stinkt und zwar vom Kopf her.

An Gründen, nicht zu bleiben, besteht für die Band wahrlich kein Mangel, werden sie doch von einigen Teilen der Bevölkerung eher nicht gemocht, genauer gesagt, massiv bedroht bis hin zur in der Motorhaube steckenden Axt. Doch beim Rostock/Greifswalder Bollwerk ist klar: Das bleibt selbst dann noch stehen wie die Buhnen am Ostsee-Strand, wenn die Bereitschaftspolizei für jedes der Mitglieder einen Extra-Wasserwerfer auffährt.

Fans haben sie auch, in erster Linie den Verfassungsschutz. Regelmäßig tauchen sie in deren Berichten auf, Telefone werden abgehört und Konzert-Veranstalter bekommen Post von dieser Behörde, und zwar nicht wegen eines Wunsches nach Gästelisten-Plätzen. Aus einem dieser Briefe machte Feine Sahne Fischfilet einen schönen Konzert-Flyer, Marketing auf Staatskosten sozusagen. Echte Anhänger erkennt man dagegen am Zünden von Bengalos und dem Schwenken von Hansa Rostock-Fahnen (Sänger Jan Gorkow war einst in der dortiger Fan-Szene aktiv), anschaulich demonstriert beim letztjährigen Kosmonaut-Festival.

„Bleiben oder Gehen“ ist bereits das 4. Album der als Schülerband, linientreu zum alten Punk-Leitspruch „This is a chord, this is another, this is a third. Now form a band.“, gegründeten Gruppe. Wurden die ersten beiden Platten „Backstage mit Freunden“ und „Wut im Bauch, Trauer im Herzen“ über Diffidati-Records vertrieben, folgte 2012 mit „Scheitern und Verstehen“ der Wechsel zum Kult-Label Audiolith, die zwar hauptsächlich mit aggressiven Elektro-Acts wie Egotronic oder Frittenbude in Verbindung gebracht werden, deren Repertoire aber deutlich größer ist.

12 Songs sind auf der Platte, 12 Songs enthielt auch „Never Mind The Bollocks“ von den Sex Pistols. Schon auf diesem Genre-Meilenstein war unschwer festzustellen: punk-typische Rhythmusgruppen sind in ihren Mitteln limitiert. Die Männer von der Küste ballern kompromißlos ihre überschaubaren Akkorde durch die Songs, versehen dabei die meisten Titel zusätzlich mit einem Ska-Bläsersatz und mischen so zusätzliche Klangfarbe unter. Das verhindert aber auch nicht den nach dem ersten Drittel der Scheibe aufkommenden Wunsch nach Betätigen der Skip-Taste, kommt der Hörer dann beim wörtlich zu nehmenden Titel „Ruhe“ an, weiß er sofort wieder die flotten Stücke zu schätzen.

Zum Finale überrascht dann doch noch eine Bass dominierte Garage-Rock Nummer, so wie bereits der vorher in dieser Form nicht zu erwartende Kinder-Chor in „Es Bleibt Beim Alten“. Feine Sahne Fischfilets Anliegen ist es gewiß nicht, Musik für die Galerie zu schreiben, sondern ihre Statements kraftvoll und laut zu unterstützen. Die Auswertung der Texte sei den oben genannten Staatsorganen überlassen, die daran sicher wieder ihre helle Freude haben werden.

Zusammen mit einer anderen wichtigen Punk-Zutat, dem Bier, werden die Jungs und ihr treues Publikum auf der kommenden Tour schöne Abende erleben. Aber bitte das T-Shirt nicht ausziehen, denn wegen dieses Verstoßes gegen die Haus-Etikette wurde eines ihrer Konzerte im ArbeiterInnen und Jugendzentrum Bielefeld unterbrochen. Ganz schön verklemmt, diese Autonomen.

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