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Tropics – Rapture

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Erinnert sich noch jemand an den Begriff Chillwave? Vor ein paar Jahren galten Künstler wie Toro Y Moi, Washed Out und Neon Indian mit ihren watteweich-sanften Platten als der große Hype. Die Mischung aus Ambient-Pop, sphärischen Synthieklängen, Soul- oder R’n’B-Versatzstücken und einer irgendwie entrückten Stimmung, die sich in einem Liegestuhl am Strand bei Sonnenaufgang oder in einer Loungebar zum Sonnenuntergang einstellt, gefiel den Hipstern, die alles schon gehört oder gesehen haben.

Auch Chris Ward alias Tropics gehört zu den Chillwavern seit er 2011 mit dem Album „Parodia Flare“ debütierte: Der britische Multiinstrumentalist zauberte mit seinen antiken Synthesizern ein anspielungsreiches Werk, das manche zu Vergleichen mit Balladen von Foreigner á la „Waiting For A Girl Like You“ hinriss, andere wiederum an Caribous softe Dance-Elektronik erinnerte – eine durchaus sparten- und zeitenübergreifende Produktion also.

Für die Aufnahmen zu „Rapture“ hat sich Ward/Tropics ganze zwei Jahre Zeit genommen: Er bezeichnet sich selbst als Perfektionist, der nichts dem Zufall überlässt. Er nennt Arthur Russell, Max Roach und Peter Gabriel als Einflüsse, aber auch Schriftsteller F. Scott Fitzgerald – diese ganzheitliche Herangehensweise hat offensichtlich alle potentiellen Ecken und Kanten aus Tropics‘ Musik getilgt.

„Rapture“ ist ganz Wohlklang. Samt und Seide. Kein Störgeräusch verdirbt den Hörgenuss, wobei sich Chris Ward ohnehin nicht in den Vordergrund drängen mag. Seine Musik ist höflich, zurückhaltend, macht lediglich Angebote – und wenn jemand beim Hören zusätzlich Zeitung lesen oder sich unterhalten möchte, wird Ward nicht beleidigt sein. Dabei lohnt es sich, Tropics genauer zuzuhören, denn die (meist traurigen) Liebeslyrics sind ganz hervorragend, und seine soulige Stimme lässt Eisberge schmelzen. In manchen Tracks – vor allem bei „Home & Consonance“ oder „House of Leaves“ – klingt Chris Ward wie ein melancholischer Ex-Boygroup-Star, der nun endlich exquisit komponierte Stücke singen darf.

Der Haken: Der durchgehende Downbeat und die relativ ähnliche Songstruktur führen dazu, dass man die Orientierung verliert. Man wünscht sich Ecken und Kanten zum Festhalten oder ein Störgeräusch, an dem man sich reiben kann. Also greift man nebenbei zur Zeitung oder hält ein Schwätzchen – und das ist schade, denn Chris Ward hat gewiss elaborierte Referenzen zu Arthur Russell und anderen Avantgardisten eingebaut. Nur kriegt man die im wohltemperierten Gleichklang nicht so mit.

Beim nächsten Album darf gerne irgendetwas Unvorhersehbares im Studio passieren, das Mr. Ward total aus dem Konzept bringt. Das könnte spannend werden.

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