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Mini Mansions – The Great Pretenders – mit breiter Brust

Seit mittlerweile sieben Jahren tanzt Queens Of The Stone Age-Basser Michael Shuman nun schon als Ober-Mini Mansion vorne weg. Ja, warum auch nicht? Stimmlich reißt der Liebhaber oszillierender 80s-Sounds zwar keine Bäume aus, doch in punkto Songwriting braucht sich Shuman vor den ganz Großen der Branche definitiv nicht zu verstecken. Das beweist er wieder einmal eindrucksvoll auf dem zweiten Album seines im Jahr 2008 gegründeten Nebenprojekts, dessen Name eher an ein garstiges Vorabend-KiKa-Kollektiv erinnert, als an eine Band, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, an Zeiten zu erinnern, in denen Pop-Musik noch ohne aufgesetzten Bombast auskam.

Auch auf ihrem zweiten Album baden die Mini Mansions in tiefen Atmo-Gewässern, ohne dabei Gefahr zu laufen, unterzugehen. Bereits mit dem frohlockenden Einsteiger „Freakout!“ sorgen die drei Verantwortlichen Michael Shuman, Zach Dawes und Tyler Parkford sogar im Nichtschwimmerbereich für Adrenalinschübe. Ein simpel pumpender Beat, jede Menge Synthie-Einwürfe und eine Melodielinie, die man bereits nach dem ersten Durchlauf problemlos mitpfeifen kann: So macht das Baden in Erinnerungen richtig Spaß.

Songs wie das kunterbunte “Fantasy”, der mit der Stimme von Alex Turner aufgepeppte Casio-Hüpfer “Vertigo” oder das bisweilen ziemlich noisig und krautig nach vorne preschende “Mirror Mountain” laden ebenfalls zum freudigen Planschen ein. Selbst mitunter etwas holpernde und dem 60s-Psychedelic verfallene Ergüsse wie “Double Visions” oder “Death Is A Girl” hört man sich am Ende irgendwie schön.

Mit ihrem zweiten Album beweisen die Mini Mansions wieder einmal, dass ein vermeintlich im Schatten des Hauptengagements stehendes Side-Project zu weit mehr in der Lage sein kann, als nur dem bloßen Zeitvertreib zu dienen. Hier kommt zusammen, was zusammen gehört; nämlich drei Musiker, die gerne im Archiv buddeln und ein rund um die Uhr geöffnetes Keller-Labyrinth, das nur darauf wartet, auf den Kopf gestellt zu werden.

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