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Alabama Shakes – Sound And Color

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Mhmmm: Rock’n’Soul. Soundtechnisch eine der wärmsten Bands dieser Tage sind zurück. Die Feel-Good-Story der Alabama Shakes war natürlich nicht leicht zu verdauen für die Protagonisten. Vor drei Jahren, als eine noch gar nicht so lange zusammen muckende Kneipenband Alabamas entdeckt und binnen eines Jahres mit drei Grammy Nominierungen und Lobpreisungen von Adele über Jimmy Page, bis Jack White und Barack Obama beweihräuchert wurde. Alles aufgrund ihres wohlig-gefühlvollen Debüts „Boys & Girls“.

Die Alabama Shakes gehören zu den Bands, die es verstehen, alles wieder ein wenig zu richten. Einen schlechten Tag oder eine traurige Gefühlslage, die Shakes sind wie eine wirkende Medikation, wie ein Gegenmittel. Der Song, den alle mit den Alabama Shakes assoziieren war „Hold On“, ein Entschleunigungsaufruf in Rock, noch vor dem Durchbruch eines Kurt Vile, er brachte Glaube, Dignität und Aufrichtigkeit in souligster Rockform, er war ihr Übersong auf dem Debüt „Boys & Girls“.

„Sound & Color“ hat auch einen: die Vorab-Single „Don’t Wanna Fight“, ein Gefühlsmanifest, ein voll bluesiger, mit Soul-Verzweiflung gecroontes Flehen nach Frieden und Konfliktfreiheit. Wie sehr ein Song, ein bestimmter Moment, zu berühren vermag, dass lehrt dieser tief berührende Song-des-Jahres-Kandidat.

Der Schock, plötzlich erfolgreich zu sein, auf dem iPod des Präsidenten zu laufen, im Weißem Haus gespielt zu haben – zugegebenermaßen eher ein Resultat der derzeitigen Präsidentschaft, als alles andere – ließ die Shakes bei ihrem Nachfolger andere Wege gehen, wie Band und Label nicht müde werden, zu betonen. Ganz ehrlich: Geschenkt. Das machen sie alle so.

Ja, für ihre Verhältnisse ist der erste Song, der für das neue Album fertig war, „Gemini“, fast schon Krautrock. Ja, „Sound & Color“ diffundiert in verschiedenste Spielarten des souligen Rock: das schöne Bassgetippel mit den Nina Simone-Momenten auf „Guess“, der stadion-taugliche Rock-Stomper „Give Me All Your Love“, die countryeske Uptempo-Nummer „Shoegaze“. Alles Zeugnis ihrer Weiterentwicklung, ihrer Abkehr vom einheitlichen Sound des Debüts.

Doch nein: die große Klammer, die Tatsache, warum die Alabama Shakes immer recht ähnlich klingen, egal was sie ausprobieren, und einen sofortigen Wiedererkennungswert haben, ist und bleibt Brittany Howard. Wie diese Frau fleht, presst, haucht, wie sie croont, ackert und berührt, das ist Therapie. Für sie selbst, sicher, aber auch für uns.

Es mag großartigere Musiken geben da draußen, aber die Alabama Shakes sind wie der Fels in der Brandung. Hier, um alles wieder ein bisschen gerade zu rücken. Ein Friedenspanzer. I don’t wanna fight.

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