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Dry The River – Live im FritzClub, Berlin

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An Tourerfahrung mangelt es Dry The River ganz sicher nicht. Allein im Rahmen ihres Debüts „Shallow Bed“ spielten die Engländer rund dreihundert Shows und damit locker einige ihrer Musikerkollegen an die Wand, was die verbrachte Zeit auf den Bühnen dieser Welt angeht. Momentan befindet sich das Quartett wieder auf der Reise durch unzählige europäische Städte und stattete im Zuge dessen auch Berlin einen erneuten Besuch ab.

Ganz so feuchtfröhlich und ausgelassen wie bei ihrem letzten Stopp in der Hauptstadt ging es dieses Mal allerdings nicht zu. Das lag vermutlich daran, dass die Band nicht auf das Tour-Finale blickte und die einzelnen Kraftreserven nicht auf Biegen und Brechen auf die Probe gestellt wurden. Wer drei Monate am Stück auf Tour ist, wie zum aktuellen Album „Alarms In The Heart“, der darf es zwischendurch auch etwas entspannter angehen.

Mit entspannt ist dabei jedoch noch lange nicht in sich gekehrt oder kraftlos gemeint, denn davon waren Dry The River im FritzClub allemal entfernt. Das ständige auf Tour sein, hat bei der Band im positiven Sinne Spuren hinterlassen und bescherte dem Publikum ein Konzert, das über siebzehn Songs lang hinweg Pathos von der guten Art versprach.

Sänger Peter Liddle bäumte sich während des Gesangs förmlich vor dem Mikrofon auf, hielt oftmals andächtig die Augen geschlossen und fühlte sich barfuß über die Bühne tapsend dem inbrünstigen Kern der Songs wohl noch näher als im störenden Schuhwerk. Das blonde, leicht verwuschelte Haar im Gesicht geriet der Frontmann nicht eine Sekunde lang ins Abseits, was seinen beeindruckenden Falsett-Gesang anging. Aus dem Gleichgewicht übrigens auch nicht, obwohl er tapfer auf seinen nackten Zehenspitzen balancierend sowohl seine Gitarre als auch seine Stimmbänder unter seine Kontrolle zu bringen hatte.

Gleich neben ihm versuchte Bassist Scott Miller erst gar nicht aus demselben Ruhepol seines Bandkollegen zu schöpfen und warf seine lange Mähne aus Locken in regelmäßigen Abständen gekonnt über seine Schultern oder ließ sie auch gerne einmal über den Bühnenrand ganz nahe an den Zuschauern hinunter hängen, wenn es ihm danach beliebte. Zusammen waren es vor allem Liddle und Miller, deren Präsenz im Raum schnell dazu führte, dass die Fans sich in die Songs vertieft der Musik hingaben.

Was das Set selbst betrifft, ließen Dry The River kaum Wünsche offen und bedienten sich großzügig aus ihren beiden Alben „Shallow Bed“ sowie „Alarms In The Heart“. Dabei fiel im direkten Vergleich der Songs einmal mehr auf, dass besonders die neuen Stücke nicht mehr so sehr in Folk verwurzelt sind wie einst und nach einem lauteren Klangbild streben, dem es nicht genügt nur leidenschaftlich schön zu sein.

Es ist fast schon Tradition, dass Dry The River sich für einen Song lang mitten hinein ins Publikum begeben und so verließen Liddle und Miller auch bei dieser Show die Bühne, um eine unplugged Version von „Shaker Hymns“ ganz nahe bei den Fans in der denkbar schlichtesten Form zum Besten zu geben. Ganz von dieser Vorstellung angetan, verstummten in diesem Moment dann auch passend zur abebbenden Lautstärke die Gespräche im Raum. Der folgende Song „Weights & Measures“ zeigte sich ebenfalls eindringlich bis schließlich alle Instrumente in der Stille versanken und die Band ein letztes Mal dankbar den Applaus der Fans in sich aufnahm.

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