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Karin Park – Live im Feierwerk, München

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Model und Musikerin, eine Kombination, die uns in letzter Zeit öfter begegnete (siehe Burning Peacocks, Marika Hackman oder auch Tinashe). Im Falle von Karin Park begegnete sie uns gestern Abend eindrucksvoll im Münchener Feierwerk, bei der letzten Station ihrer fünf Konzerte umfassenden Deutschland Tour.

Als die Vorband Phantom aus Helsinki kurz nach 21:00 Uhr startet, ist das Feierwerk noch kaum gefüllt, die Zuschauer kommen jedoch nach vorn zur Bühne und schaffen so eine familiäre Wohnzimmer-Atmosphäre, gemeinsam mit dem rührigen Duo, das auch privat ein Paar ist wie Sängerin Hanna gleich zu Beginn erklärt. Die beiden Finnen machen eine gute Show. Insbesondere, wie Bandmate Tommi sein selbstgebautes Multiinstrument – eine Art Wunderlampe namens UFO, mit verschiedenen Berührungs- und Abstandssensoren – mit den Händen beschwört, um ihm kreischende und pfeifende Töne zu entlocken, ist sehr beeindruckend.

In der kurzen Umbaupause sieht man dann bereits Karin Parks Bruder in Slayer T-Shirt und Sneakers auf der Bühne umher werkeln. David Park, muskelbepackt und mit langem, blond-wallendem Haar, scheint gerade einem Wikinger-Film entsprungen zu sein. Im krassen, visuellen Gegensatz dazu erscheint dann Part-Time Model Karin Park auf der Bühne, in kurzer Hose aus schwarzem Leder, mit weißem Hemd über schwarzem T-Shirt und – trotz ihrer Größe von 1,90 m – mit hohen Absatzschuhen mit schwarzen Bändern.

Sie beginnt mit „Restless“ vom vorletzten Album „Highwire Poetry“ und lässt sich nicht davon beirren, dass ihr Mikro zunächst nicht funktioniert. Auch nachdem sie es bemerkt hat, performt sie mit großen Tanzschritten weiter und holt sich routiniert das Handmikrofon ihrer neuen Keyboarderin Juno. Für den folgenden Titel hängt Karin sich dann ihr tragbares Keyboard um, was man zuletzt so bei Nena 1983 gesehen hat. Die daraus entlockten Töne klingen ungefähr auch wie aus dieser Zeit.

Auch wenn der gebotene Elektro-Pop von Karin Park sicher nicht zum elaboriertesten der Welt gehört und die oft bemühte Stimmenähnlichkeit mit der ehemaligen The Knife Sängerin Karin Dreijer Andersson offensichtlich ist, von nordischer Unterkühltheit ist im Feierwerk nichts zu spüren. Karin schafft durch ihr engagiertes Tanzen, oft auf dem vordersten Bühnenpodest ca. 30 cm von den Zuschauern entfernt, und ihre starke Präsenz eine zauberhafte Atmosphäre und Verbindung mit dem Publikum.

Diese erreicht einen ersten emotionalen Höhepunkt mit „Stick To The Lie“ vom aktuellen Longplayer „Apocalypse Pop„, der nicht nur auf dem Album fesselt, sondern auch Karin Park selbst bei ihrer Livedarbietung sichtbar nahe geht. Ein weiterer Höhepunkt ist dann „New Era“, bei dem Bruder David, dessen umfangreich aufgebautes Schlagzeug am Anfang eher noch wie ein Drumcomputer klang, zur Höchstform aufläuft.

Aber Karin Park zeigt mit tiefem, die Wände erschüttertem Bass und treibenden Synthies auch ihre dunkle und aggressivere Seite. So z.B. mit „Hard Liquor Man“, vor dem Karin nochmal die bekannte Story erläutert, dass dies ein Protestsong ist und die Pussy Riots sie dazu inspirierten, weil sie den Mut hatten, bereits vier Stunden nach ihrer Freilassung aus der Haft schon wieder Präsident Putin zu kritisieren. Oder mit dem intensiven „Thousand Loaded Guns“, das den Hauptteil damit abschließt, dass alle drei Bandmitglieder gemeinsam die nebeneinander aufgebauten Schlagwerke bearbeiten.

Mit der ersten Zugabe „Human Beings“ sieht man dann wieder die verletzliche Seite von Karin Park, die sichtlich bewegt nochmal erklärt, dass sie den Titel für ihren Freund geschrieben hat, als dieser letztes Jahr mit Krebs zu kämpfen hatte, diesen jedoch schließlich besiegte. Das macht Karin Park wieder nahbar, und auch nach dem Konzert bleibt sie noch bei ihren Fans, unterhält sich mit ihnen, gibt Autogramme und sorgt dafür, dass die Zuschauer sich dann mit positiver, elektrisch-poppiger Energie aufgeladen auf den Heimweg machen.

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