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Manu Delago – Silver Kobalt

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Üblicherweise beginnen Besprechungen neuer Alben mit einer Einführung des Künstlers oder der Künstlerin. Im Fall von „Silver Kobalt“ ist es geraten, zunächst das Hauptinstrument vorzustellen: Die Verwendung der Hang (Plural: HangHang) ist nämlich im Pop noch immer so ungewöhnlich, dass man sie leicht mit einer Steelpan oder -drum verwechselt. Die Steel-Assoziation ist gar nicht so weit hergeholt: Die Hang besteht aus zwei Stahlblech-Halbkugeln, die miteinander verschweißt sind. In die obere Klangschale sind runde Klangfelder eingehämmert, die eine größere Varianz ermöglichen als eine einfache Steeldrum. Die Hang ist außerdem ein recht junges Instrument: Im Jahr 2000 baute das Schweizer Musikerpaar Felix Rohner und Sabina Schärer den ersten Hang-Prototyp, den sie im Lauf der Zeit kontinuierlich weiterentwickelten. Verschiedene Bands, allen voran die Londoner New-Jazzer Portico Quartet (jetzt Portico) verwenden seither die Hang, die wegen ihres warmen, vollmundigen Klangs beliebt ist.

Jetzt endlich zum Künstler: Manu Delago wurde in Innsbruck geboren, lebt seit Langem in London und machte vor einigen Jahren mit einem -zigtausendfach geklickten YouTube-Video („Hang Solo„) Furore, in dem er zwei HangHang bearbeitet. Unter anderem wurde Björk auf Delago aufmerksam und engagierte ihn als Tourmusiker. Auch mit Stuart McCallum, Bugge Wesseltofft und vielen anderen kollaborierte Manu Delago bereits, schuf Soundtracks für Filme und Radio-Features und veröffentlichte seit 2006 mehrere Soloalben.

Das neue Werk „Silver Kobalt“ dürfte Delagos populärstes werden – wobei man diese zauberhafte, ein wenig fremdartige Musik kaum „poppig“ nennen möchte, obwohl sie das im Sinne von Zugänglichkeit und durchaus breitenwirksamem Appeal natürlich ist. Manu Delago zeigt sich als wahrer Meister auf der Hang (bzw. spielt er auf mehreren HangHang gleichzeitig), entlockt dem Instrument die erstaunlichsten Töne. Dazu hat der 30-jährige Wahlengländer GastsängerInnen wie Katie Noonan, Isa Kurz, Rahel, Anil Sebastian eingeladen, die durch ihre unterschiedlichen Stimmfärbungen den mal kontemplativen, dann wieder sehr expressiven Stücken zusätzlich besondere Nuancen verleihen.

„Dearest“, gesungen von Katie Noonan, ist eine fragile, zarte Ballade, die Hang hält sich kaum hörbar im Hintergrund, nur ein leises, glucksendes Vibrieren lässt sich vernehmen. Ganz anders wiederum das vermutlich autobiographisch gedachte, rein instrumentale „Almost Thirty“: Neben pointiert gesetztem Klöpfeln auf die Hang, drängen sich exzessive, rhythmusbetont-technoide Elemente, der Track endet mit einer besinnlichen Ziehharmonika. Auch „Down to the Summit“ ist ein wildes, experimentelles Hang-Drum-Stück, das schon fast am Noiserock kratzt.

„Silver Kobalt“ changiert zwischen Ambient und World Music, Dance- und Straßenmusik und ist in jedem Fall ein außergewöhnliches Erlebnis.

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