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Mein Innerstes wird von weniger Filtern als jemals zuvor verdeckt – Villagers im Interview

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Für die Liebe muss man manchmal nicht nur physisch, sondern vor allem auch emotional weite Strecken zurücklegen. Für sein drittes Album „Darling Arithmetic“ richtet Conor O’Brien alias Villagers den Blick tief hinein in sein Innerstes und kommt sich damit nach „Becoming A Jackal“ und „{Awayland}“ so nah wie niemals zuvor. In der Zurückgezogenheit seines Farmhauses nordöstlich von Dublin nahm er die neuen Songs in einem Zustand äusserster Reflexion auf und begegnete seinen Empfindungen dabei aufs Innigste. Er schuf intensive, spärlich instrumentierte Momente voller Schlichtheit, die differenziert und berührend zugleich sind. Während des Gesprächs mit MusikBlog fährt er sich grübelnd durch den Bart und schildert uns unter vier Augen, weshalb die Liebe für ihn von so großer Bedeutung ist und was es braucht, um zu sich selbst zu finden.

MusikBlog: Im Zuge deines letzten Albums „{Awayland}“ gabst du zu, dass du kurz davor warst, alle Songs im Alleingang aufzunehmen. Diesen Plan hast du damals verworfen, aber für „Darling Arithmetic“ nun in die Tat umgesetzt. Warum war der Zeitpunkt jetzt richtig dafür?

Conor O’Brien: Ich habe nicht geplant, die Songs auf „Darling Arithmetic“ ganz alleine aufzunehmen. Zunächst nahm ich Demos in meinem Haus auf, mit denen ich anschließend in ein Studio gehen wollte. Das ist dann aber nie passiert, weil mir der ursprüngliche Sound so gefiel wie er war. Es klang alles so intim und persönlich. Das hatte sicherlich damit zu tun, dass ich diese Songs zuhause ganz unverkrampft  singen konnte. Ich bin mir sicher, dass ich zusammen mit der Band ebenfalls ein tolles Album gemacht hätte, aber das Ergebnis wäre vom Klang her sicherlich anders geworden. Das neue Album ist vom Charakter her ein bisschen schlichter ausgefallen als „{Awayland}“, aber diese Atmosphäre passt zu den Songs. Sie fühlen sich auf gewisse Art und Weise behaglich und warm an. Ich bin mir nicht sicher, ob ich dasselbe Gefühl in einem Studio hätte erzeugen können.

MusikBlog: Wie haben sich die Aufnahmen bei dir daheim gestaltet?

Conor O’Brien: Ich habe während der Aufnahmen sehr viel Kaffee gebraucht…und meine Mitbewohner. Ich teile mir das Haus mit fünf Freunden. Für die Aufnahmen habe ich mich immer in die Scheune bzw. auf den dortigen Dachboden verzogen. Manchmal bin ich dann zurück in die Küche und habe meinen Mitbewohnern dort die entstandenen Songs vorgespielt, während sie gekocht haben. Das war sehr schön, denn so konnte ich meine Ideen mit Menschen teilen, die überhaupt nicht im kreativen Prozess involviert waren. Meistens konnte ich an ihrem Tonfall und weniger an ihrer Wortwahl heraushören, ob sie die Lieder wirklich mochten. Ich kenne meine Mitbewohner sehr gut, so dass ich ihre Meinungen genau einzuschätzen wusste.

MusikBlog: Kommt ein Album wie „Darling Arithmetic“ überhaupt ohne eine Vielzahl emotionaler Auslöser aus?

Conor O’Brien: Nein, es waren eine Menge emotionaler Impulse für dieses Album nötig. So schlicht die Platte auch klingt, so sehr musste ich manchmal mit mir kämpfen, diese Einfachheit in mir zu finden. Die verschiedenen Spannungen im Raum waren ab und zu schon seltsam. Ein paar der Songs, die ich am Ende nicht verwendet habe, waren ihrer Art nach viel umfassender, direkter und auch wütender als die Stücke auf dem Album. Zuerst habe ich versucht, sie zu ändern und den anderen Songs anzupassen, aber irgendwann beließ ich es dabei, denn es war zwecklos. Darum haben es am Ende auch nur neun Songs auf das Album geschafft.

MusikBlog: Welcher dieser Impulse hat dich am meisten beschäftigt?

Conor O’Brien: Das größte und wohl offensichtlichste emotionale Ventil des Albums ist die Liebe. Abgesehen davon gibt es aber zum Beispiel auch inhaltliche Bezüge zur Homophobie in den Songs. Inmitten all diesen Liedern, die ebenfalls das Ende einer Beziehung thematisieren, gibt es viele kleine Verweise auf ganz persönliche Erfahrungen, die ich gemacht habe. Engstirnigkeit oder aber auch blinder religiöser Eifer gehören dazu. Ich habe mich aber davor in Acht genommen, solche Dinge allzu spürbar mit einfließen zu lassen und wollte sie eher als Teil des ganzen Kontextes verwenden. Keines der angesprochenen Themen sollte zum Fokus des ganzen Albums werden, denn mir lag nichts daran, die Platte mit einer alles überschattenden Botschaft zu versehen. Ich wollte, dass die Zuhörer sich emotional berührt fühlen und, so weit es geht, ihre eigenen Erfahrungen sammeln.

MusikBlog: Warum ist die Liebe in deinen Songs ein Thema, dem du dich (un)bewusst nicht verschließen kannst oder willst?

Conor O’Brien: Die Liebe ist ein so allumfassendes Thema, das wohl immer gegenwärtig ist. Zur Zeit der Albumaufnahmen war es das ganz besonders für mich. Ich hätte diese Art von Songs ganz sicher nicht vor fünf Jahren schreiben können, denn dazu fehlte es mir in einiger Hinsicht einfach an genügend Erfahrung. Nun, da ich diese gemacht habe und sich einiges in mir angesammelt hatte, musste ich mir bestimmte Dinge einfach von der Seele reden. Zum Glück kann ich das in Form von Songs tun. Mit den ersten beiden Alben war ich mehr daran interessiert, Fantasiewelten zu erschaffen. Ich verarbeitete auf den dortigen Songs zwar realitätsnahe Begebenheiten, tat dies aber mithilfe von fiktionalen Charakteren. Auf „Darling Arithmetic“ bin ich, neben ein paar anderen Personen, die Hauptfigur. Der Prozess selbst war damit ein ganz anderer, auch wenn ich mich in meinen Songs wohl schon immer mit der Liebe beschäftigt habe. Bisher war ich jedoch noch nie so direkt, was meinen Umgang mit ihr angeht.

MusikBlog: Auf deinem Debüt singst du in „Meaning Of The Ritual“ die Zeilen „My love is selfish…“ – wie viel davon ist zwei Alben später noch geblieben?

Conor O’Brien: Ich weiss es nicht genau, wenn ich ehrlich bin. Ich bin immer noch sehr stolz auf diesen Song, aber momentan fällt es mir schwer, ihn zu singen. Er fühlt sich fast ein wenig gefühlskalt an.

MusikBlog: Erich Fromm wirft in seinem Buch „Die Kunst des Liebens“ die Frage auf, ob die Liebe eine Form der Kunst ist oder nur ein reines Gefühl. Wie stehst du dem gegenüber?

Conor O’Brien: Für mich ist die Liebe in allererster Linie ein Gefühl. Dennoch haftet an diesem eine ganze Reihe anderer Dinge, die Einfluss darauf haben und entweder als Bonus oder als Problem aufgefasst werden können. Ich glaube daran, dass Liebe auch viel harte Arbeit benötigt, um erfüllend zu sein. Im Song „Hot Scary Summer“ heisst es in einer Zeile „Thank you for your hard work, but I’ve had it up to here…“. An diesem Punkt in einer Beziehung nützt jedoch vielleicht auch keine harte Arbeit und keine Mühe mehr etwas, um die Liebe zu retten und man steuert auf das Ende zu. Um es geradeheraus zu sagen – ich bin nach diesem Album kein bisschen weiser, was die Liebe angeht. Stattdessen habe ich nur noch mehr Fragen in meinem Kopf aufgeworfen.

MusikBlog: Inwiefern ließen sich bei den Aufnahmen die emotionalen von den technischen Aspekten trennen, mit denen du dich, ganz auf dich allein gestellt, auseinandersetzen musstest?

Conor O’Brien: Neben all den emotionalen Entwicklungen, die ich während der  Arbeit an dem Album durchlief, gab es auch eine Menge technischer Aspekte, die mich auf andere Gedanken gebracht haben. Da ich das Album auch selbst gemixt habe, beschäftigte ich mich viel mit der technischen Umsetzung und allem, was dazu gehörte. Das verlangte mir einiges ab, denn ich musste immer mehrere Abläufe auf einmal im Auge behalten. Als ich das Schlagzeug aufnahm, musste das Mikrofon am richtigen Ort sein, mein Spiel stimmen und eine große Herausforderung war es, vorab noch den Aufnahmeknopf zu drücken. Viel wichtiger war es aber für mich, zu wissen, wann ich all das einmal ausblenden und mich ganz auf meine Emotionen einlassen konnte. Dafür war es nötig, dass ich mich zurücklehnen konnte. In anderen Momenten war es erforderlich, dass ich mein Gehirn wieder etwas mehr einschaltete, um meine Gefühle bestmöglich musikalisch zu übersetzen. Es war, als ob ich abwechselnd mit den verschiedenen Teilen meines Gehirns und meines Herzens jonglieren würde.

MusikBlog: Wie hast du es geschafft, dich selbst fallen zu lassen, wenn du beim Jonglieren eher mit dem Auffangen deines Herzens etc. beschäftigt warst?

Conor O’Brien: Mein Innerstes wird auf den neuen Songs von weniger Filtern als jemals zuvor verdeckt. Sie kommen im Vergleich zu den ersten beiden Alben ohne diese Zwischenschichten aus und ich fühle mich wohler, alles auf diesem Weg aus mir herauszulassen. Es macht mir nichts mehr aus. Meine Herangehensweise ans Songwriting hat sich dahingehend auf jeden Fall geändert. Ebenso wie meine Sicht auf das, was ich damit für mich bezwecken will. Trotzdem kann ich nicht von mir sagen, dass ich bewusst auf dieses neue Ziel hingearbeitet habe. Vielleicht wird das nächste Album wieder viel abstrakter.

MusikBlog: Bist du inmitten der Arbeit an „Darling Arithmetic“ zu neuen emotionalen Erkenntnissen gelangt oder wurden alte Ansichten vielleicht bestätigt?

Conor O’Brien: Ich erinnere mich, dass ich beim Schreiben der neuen Songs ein paar Mal von mir selbst überrascht wurde. Ich konnte nicht genau sagen, weshalb  bestimmte Gefühle auf einmal an die Oberfläche drangen oder wieso ich auf diese Art mit ihnen umging, wie ich es eben tat. Es war für mich eine überaus interessante Erfahrung. Hin und wieder wurde ich buchstäblich von meinen Gefühlen überwältigt. Es gab Momente, in denen ich vollkommen emotional wurde, ganz alleine in der Scheune saß und anfing zu weinen. Das war ein ziemlich deprimierender Anblick. Alles in allem hat mich das aber innerlich befreit und gereinigt. Rund um das Album herum gab es ebenfalls ein paar seltsame Erlebnisse, die mich emotional beschäftigten und letztendlich den Weg in die Songs fanden.

MusikBlog: Welches Erlebnis ist dir besonders im Gedächtnis geblieben?

Conor O’Brien: Einmal bin ich um drei Uhr morgens mit dem Taxi nach Hause und wurde von einer Frau um die fünfzig gefahren, was für diese Tageszeit sehr selten in Dublin ist. Wir begannen, ganz locker miteinander zu reden und sie stellte mir viele Fragen  über mein Leben. Als ich ihr nebenbei erzählte, dass ich schwul bin, wurde sie sofort still und abweisend mir gegenüber. Sie wollte nicht mehr mit mir reden. Da sah ich auch eine Bibel neben ihr liegen und ein Kruzifix am Rückspiegel hängen. Eine Weile fuhren wir schweigend weiter, bis ich der Sache aber auf den Grund gehen wollte, warum sie beim Thema Homosexualität so ablehnend war. Ich fragte sie: „Warum liebst du mich nicht? Ich liebe dich doch auch so wie du bist.“

MusikBlog: Wie hat sie darauf reagiert?

Conor O’Brien: Wir hielten vor meinem Haus, sie schaltete den Zähler aus und wir diskutierten daraufhin zwei Stunden lang miteinander. Das war irgendwie verrückt. Ich erfuhr so viel von ihrem Leben und sie wirkte etwas besänftigt. Dann gestand sie mir plötzlich, dass sie lesbisch sei und sie sich schon ihr Leben lang von Frauen angezogen fühlen würde. Ich konnte es kaum glauben. Ihre Religion verbot ihr aber, diese Gefühle zuzulassen. Kaum hatten wir uns zur Verabschiedung kurz umarmt, verfiel sie wieder in den Zustand aus Ablehnung und wollte nichts mehr mit mir zu tun haben. Ich glaube, ich habe allein dank dieser Begegnung ungefähr vier Songs geschrieben. Kaum war ich wieder im Haus, schrieb ich alles auf und arbeitete später damit.

MusikBlog: Wie oft kommt es vor, dass du auf Ablehnung dieser Art bezüglich deiner Homosexualität stößt?

Conor O’Brien: In der Vergangenheit ist es gerade in Irland ab und zu vorgekommen, dass mir deswegen Gewalt angedroht wurde. Aber auch woanders in Europa kommt so etwas immer noch vor. Ich erinnere mich, dass ich in Amsterdam auf Tour war und zwei meiner Bandmitglieder erlaubten sich einen Scherz, indem sie händchenhaltend durch die Straßen liefen. Dafür wurden sie tatsächlich von jemanden ins Gesicht geschlagen. Glücklicherweise hat sich die Situation alles in allem aber drastisch verbessert und es herrscht viel mehr Akzeptanz als früher. Sogar der irische Gesundheitsminister hat sich vor kurzem geoutet und niemanden scheint das zu großartig zu interessieren. Vor fünf Jahren hätte diese Nachricht noch viel mehr Aufsehen erregt. Die Kirche hat keinen ganz so starken Einfluss mehr, was das angeht.

MusikBlog: Hat sich deine Auffassung über die Liebe im Zuge deines Erwachsenwerdens geändert?

Conor O’Brien: Ja, meine Anschauung hat sich mit dem Älterwerden doch sehr geändert. Ich habe über die Zeit hinweg so viele Erfahrungen gesammelt, dass ich durchaus von mir behaupten kann, erprobter und verständnisvoller in diesen Dingen zu sein. Meine Sinne sind viel geschärfter. Natürlich sind gerade Erfahrungen dieser Art mit vielen anderen Aspekten verflochten. Es wird immer behauptet, dass alles komplizierter wird, aber meine Auffassung der Liebe zum jetzigen Zeitpunkt erscheint mir in vielerlei Hinsicht simpler zu sein. Ich weiss heute viel genauer, wer ich bin. Scheinbar habe ich genügend erlebt, um ein ganzes Album über die Liebe zu schreiben! (lacht)

MusikBlog: Wenn du auf deine Jugend zurückblickst, was siehst du?

Conor O’Brien: Als ich noch sehr jung war, hätte ich es nie für möglich gehalten, dass ich meine Gefühle einmal in dieser Form ausleben könnte. Es war einfach allgemein verboten und galt als anstößig. Mit diesem Gefühl der Unterdrückung aufzuwachsen, war nicht leicht. Als Teenager setzt dann ein Wandel ein und du denkst dir: „Moment mal, ich kann so sein wie ich bin und niemand hat mir hinsichtlich meiner Gefühle Vorschriften zu machen.“ Meine Auffassung über die Homosexualität hat sich im Laufe meines Erwachsenwerdens doch sehr gewandelt. In der Schule glaubte ich noch, dass mich meine Mitschüler als feminin oder zumindest nicht maskulin genug ansehen würden. Heute ist genau das Gegenteil der Fall. Es gibt doch nichts Maskulineres auf der Welt, als zwei Männer, die sich lieben. Das hat doch schon beinahe wieder etwas Machohaftes an sich!

MusikBlog: Vielleicht hat die Kirche genau davor Angst, wenn sie sich so dagegen stellt…

Conor O’Brien: Wie verrückt, dass man so viel Zeit in seiner Jugend damit verbringt, sich über seine wahren Gefühle zu sorgen und es einem eine Institution wie die Kirche und damit die Gesellschaft vorschreibt, was man zu tun oder zu lassen hat. Erst viel zu spät erkennt man die Sinnlosigkeit darin.

MusikBlog: Dabei sagten doch schon die Beatles „All You Need Is Love“. Oder reicht die Liebe allein nicht aus?

Conor O’Brien: Lustig, dass du die Beatles erwähnst. Im Rahmen der Albumaufnahmen habe ich viele ihrer Alben gehört. Besonders „Revolver“ und „Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band“. Vor kurzem habe ich ebenfalls ein Buch ihres Toningenieurs Geoff Emerick zu Ende gelesen. Ich war in letzter Zeit ganz besessen von den Beatles. Ist Liebe wirklich alles, was wir zum Leben brauchen? Was ist mit Essen und Schlaf…? Aber wenn wir einmal ehrlich sind, wollen wir diese Frage doch mit „ja“ beantworten. Darum sage ich „ja!“. Ausserdem kann man wohl schlecht behaupten, die Beatles hätten gelogen. Das geht nicht! (lacht)

MusikBlog: Im Opener „Courage“ sprichst du von Selbstakzeptanz und singst: „It took a little time to get where I wanted…“. Ist die Zeit der wichtigste Faktor, um zu sich selbst zu finden?

Conor O’Brien: Die Zeit spielt eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, zu sich selbst zu finden oder sich bzw. seine Umgebung zu akzeptieren. Seltsamerweise ist es doch so, dass man sich tief im Inneren oftmals schon zu bestimmten Dingen bekennt, noch lange bevor man sie emotional nach aussen tragen kann. Ich habe mich zum Beispiel schon weitaus länger wohl in meiner Haut gefühlt, bevor ich den Mut hatte, auch öffentlich innerhalb der Gesellschaft so zu sein wie ich bin. All die erfahrene Unterdrückung hat aber bewirkt, dass es eine Weile dauerte, bis ich diesen Schritt gehen konnte. Der Song handelt aber auch davon, aus dem Ende einer Beziehung oder ähnlichen Erlebnissen Kraft für sich selbst zu schöpfen. Solch ein signifikanter Wandel im Leben kann einen durchaus stärker machen und es geht darum, dies für sich zu erkennen.

MusikBlog: Was war das Mutigste, das du musikalisch gesehen für dein neues Album getan hast?

Conor O’Brien: Ich glaube, das Mutigste von mir im Hinblick auf dieses Album war die Tatsache, dass ich die Songs von so vielen Schichten befreit habe, die ich zunächst um sie herum aufgebaut hatte. Das hatte zur Folge, dass die Songs nackt vor mir liegen und so offen wie möglich sein konnten. Ich fand das fantastisch, denn genau so wollte ich die Songs haben. Mir lag nichts daran, sie so zu formen, dass sie zu viele Erklärungen abgeben oder einen unnötig viel nachdenken lassen. Die Songs sollten atmen und den Hörer zu eigenen Erkenntnissen führen.

MusikBlog: Vielen Dank für das Interview.

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