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San Cisco – Live im Strom, München

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Die australischen San Cisco aus dem Küstenort Gracetown haben just am letzten Freitag ihr zweites Album mit genau diesem Namen ihres Heimatortes heraus gebracht. Es enthält neben einigen klassischen Hits auch ruhigere und etwas, für ihre Verhältnisse experimentellere, Titel. Ob dieses Albumkonzept live auch so funktioniert, kann man auf der aktuellen Tour durch die USA und Europa feststellen, so gestern Abend im Münchener Strom.

Das Warm-Up liefert der Kanadier Rich Aucoin mit seinem ziemlich guten, hymnischen und leicht elektronischen Indie-Pop, der gar nicht so weit weg von The Go! Team ist. In der Pause stimmen dann Black Rebel Motorcycle Club auf San Cisco ein, letztere dürften bei Erscheinen des zu hörenden BRMC Albums ca. 8-9 Jahre alt gewesen sein (angeblich das Alter, in dem sie bereits anfingen, Gitarre zu spielen und Musik zu machen). Nicht sehr viel älter ist teilweise das Publikum, manchen merkt man an, dass sie bei ihrem ersten Konzert sind (und wohl auch zum ersten Mal Alkohol zu sich nehmen).

Dann geht’s los mit „Nepal“, bei dem Sänger Jordi Davieson, der übrigens wie ein klassischer Surferboy aussieht, gleich zum Mitklatschen auffordert. Seine mit hochgezogenen Schultern und ausgestrecktem Zeigefinger vor fast jedem Titel angebotenen Animier-Gesten, begleitet von sich abwechselndem „Jump as much as you can“ oder „You look better when you dance“ wirken jedoch etwas bemüht.

Scarlett Stevens Schlagzeug ist ein wenig zu stark nach vorn gemischt und macht die doch eher einfachen Beats zu präsent. Etwas variantenreicher als Doktor Avalanche dürfte es bei der in einigen „Female Drummer“-Ranglisten vertetenen Scarlett ruhig ab und zu mal sein, als Inspiration empfehlen wir z.B. den Besuch eines Swans Konzertes.

Jordi stellt dann Jennifer vor, die als Tour-Basistin und Keyboarderin Nick Gardner ersetzt. Zu Beginn des Hits „Awkward“ von der gleichnamigen zweiten EP verspielt sich dann Gitarrist Josh Biondillo und der Titel muss nochmal neu begonnen werden. Nun kommt so langsam Stimmung auf, nach den etwas dröge wirkenden ersten Stücken. Das direkt danach folgende „Too Much Time Together“ wird auch live gut rüber gebracht und zeigt einen hoffnungsvollen Ansatz.

Der wird leider gleich wieder zerstört mit dem Daft Punk/Pharrell Cover „Get Lucky“. San Cisco bemühen sich zwar, Stimmung zu machen, aber generell sollten sie die Idee überdenken, einen nahezu perfekten Song mit nahezu gleichen Mitteln covern zu wollen. Es folgt dann noch der Hinweis von Jordi, dass sie den aus dem Publikum gewünschten Song „Rocket Ship“ nicht mehr spielen (wie noch beim Auftritt vor 1,5 Jahren an gleicher Stelle), da er schon so alt ist und es der erste Titel überhaupt war, den Josh und Scarlett vor 7 Jahren gemeinsam aufnahmen.

Mit dem grandiosen Song „Beach“ vom Debütalbum kommt dann zum ersten Mal so etwas wie berührende Konzert-Atmosphäre auf, bevor der aktuelle Radiohit „Run“ den Hauptteil nach einer knappen Stunde abschließt. Die erste Zugabe „Skool“ wird dann von Jordi Davieson als „kind of a love song“ angekündigt, im Anschluss beendet der Tanz-Hit „Fred Astaire“ das Konzert.

San Cisco haben tolle Songs und sicher viel Potenzial, aber an der Live-Darbietung kann man sicher noch arbeiten, wenn sie nicht – was selten vorkommt – auf dem Album besser klingen wollen als beim Konzert. Ebenso weiter arbeiten können sie am Sound ihrer Titel, wenn sie wirklich anders klingen wollen, als man es erwartet, wie sie uns im Interview verrieten. Und dann haben sie auch Scarlett Stevens als optisches
Aushängeschild nicht mehr nötig.

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