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Alabama Shakes – Live im Astra, Berlin

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Die Wirkungskraft des ersten Betretens der Bühne wird von vielen Bands gerne stiefmütterlich vernachlässigt, im Verlauf ewig monotonen Tourens. Ich erinnere mich, welche Ekstase Eagles Of Death Metal vor vielen Jahren zu kreieren wussten, weil sie überraschend mit dem absoluten Grime-Überhit „Fix Up, Look Sharp“ von Dizzee Rascal auf die Bühne marschierten. Die Alabama Shakes verstehen offenbar ebenfalls die Wichtigkeit dieses Moments.

Ein Funkeln in die Augen der älteren Semester im vollen Astra wussten nämlich die Alabama Shakes zu zaubern, als sie mit dem hip-shaking, Mitneunziger R&B-Smashhit von Montell Jordan, „This Is How We Do It“ selig grinsend die Bühne betraten. Und mit dem ersten Live-Ton der guten Seele des Southern-Rock hing der gesamte Saal an den Lippen dieser famosen, im Wortsinn wuchtigen, Soul-Rock-Röhre Brittany Howard.

Was Brittany mit ihrer Präsenz, ihrer stimmlichen Mächtigkeit, aber auch mit der Palette ihrer Ausdrucksweisen (klug gesetzte Fragilitäten abgelöst von den Konzertsaal erzitternden Wehklagen) im Stande ist, zu vermitteln, ist atemberaubend. Die Alabama Shakes sind Brittany Howard und Brittany Howard ist die Alabama Shakes. Auch wenn der Vierer aus Athens, Alabama mit einer formidablen Rhythmusfraktion an Schlagzeug und Bass ausgestattet ist, die den Sound der Shakes noch souliger machen als durch Howards Timbre ohnehin schon, ihr Liebesleid, ihr Liebesglück, ihre Liebeshoffnungen sind es, die den Abend dominieren.

Mittlerweile ist die Band live zu einer Größe gewachsen, und zwar auf allen Ebenen. Nebst den regulären Zac Cockrell, Heath Fogg und Steve Johnson kommen drei Backgroundsänger, ein Synthesizer und eine weitere Gitarre zur E-Piano-Gitarre-Bass-Schlagzeug-Formation hinzu. Der Sound profitiert live prächtig von soviel organischem Zuwachs. Auch wird klar: was auf Platte noch wie eine recht seichte Spielart des Rock klingen mag – die Shakes gelten für manche eher als Soul- denn als Rockband – ist live eine derbere Kiste. Die Alabama Shakes sind und bleiben eine Rockband, wer’s nicht glaubt, möge sie live sehen.

Okay, das Innovationspotential der Alabama Shakes ist mickrig. Okay, sie passen in diese leicht furchtbare Retromanie-These. So what? Ich behaupte mal, dieser Abend hat allen Beteiligten im Berliner Astra gezeigt, dass das Rad im Pop nicht permanent neu erfunden werden muss, und dass der Rock’n’Soul der Alabama Shakes vor allem live eines kann: Tief berühren.

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