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Jamie xx – In Colour

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Jamie Smith, Beatschmied der Entschleunigungshelden der letzten Jahre, The xx, hat lange nebenbei an eigenen Tracks gebastelt. Im Grunde seit dem erscheinen des fulminanten Debüts seiner Band. „In Color“. Jamie xx’ erstes Soloalbum hat also eine weite Reise hinter sich.

Keine Angst, die intime, tief freundschaftliche Harmonie des nur schwarz tragenden Dreiers ist nicht beschädigt, dass Smith ein Soloalbum machen wollte, sickerte schon vor Jahren durch. Auch sind Romy Madley Croft, gleich zweimal, und Oliver Sim bis auf einen weiteren Track die einzigen Gäste. Also alles in Ordnung im Hause The xx.

Und doch ist „In Color“ ein kleiner Gegenentwurf. Wie Albumtitel und Cover suggerieren, ist das Spektrum auf Jamie xx’ Solopfaden wesentlich größer, bunter als bei seiner Band. Wen wundert’s, schaut man sich die Remix-Liste des jungen DJ’s an: von Radiohead, Adele, Alicia Keys, Drake bis Florence & The Machine ist alles dabei, was die zeitgenössische Musik an bekannten Namen zu bieten hat. Den ersten dicken Fußabdruck setzte der DJ Jamie Smith zudem mit dem geachteten Remix des kompletten letzten Studioalbums von Spoken-Word-Koriphäe und Hip-Hop-Pionier Gil Scott Heron. Dass Jamie xx also mehr kann als die betörend schöne Moll-Melancholie seiner Band zusammenzusamplen, ist durchaus bekannt.

Und so ist es vielleicht doch keine allzu große Überraschung, dass „In Color“ ein leise tretendes, Wärme versprühendes, Sachverstand zeigendes und Genres abklapperndes Kollagending eines elektronischen Soundtüftlers geworden ist. In diesem Bereich scheint die schwierigste Herausforderung im Format Album zu liegen. Egal ob ein Four Tet, Gold Panda oder Caribou/Daphni, die meisten elaboriert bastelnden, von der Kritik gefeierten Electro-Acts machen tolle Musik, mit tollen Tracks, aber in ihrer Konsumierbarkeit und künstlerischen Geschlossenheit nicht ganz so tolle Alben. Vielleicht liegt das ja an der Musik an sich. Umso hochschätzungswürdiger jedenfalls die großen Albumknaller im Electro-Gefrickel-Bereich, wie Caribous „Swim“ oder Nicolas Jaars „Space Is Only Noise“.

Daran reicht „In Color“ nicht heran. Der warme, karibische Soundsamples mit Hip-Hop und Deep House verschlingende Sommertrack „I Know There Is Gonna Be (Good Times)“ etwa, will nicht wirklich zu den stark an The xx erinnernden, weil von Croft gesungenen Tracks passen. Trotzdem gibt es keinen schwachen Song auf „In Color“, lediglich kein rundes Konzept, was vorkommt bei sechs Jahren Bearbeitungszeit.

„In Color“ ist dadurch ein sehr zeitgenössisches, urbanes, in die Smartphone- und MP3-Welt passendes Stück Musik geworden. Club-, Wohnzimmer-, Kopfhörertauglich – alles in einem. Böse Zungen könnten zusammenfassen: Hipstermucke. Da ist was dran, aber es ist ziemlich gute Hipstermucke.

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