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Mumford And Sons – Wilder Mind

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Viele Dinge haben ihre Daseinsberechtigung. Gin ohne Tonic, etwa. Ryan Gosling ohne Shirt. DSDS ohne Sinn. Aber nicht Mumford & Sons ohne das heiß geliebte Banjo. Nein, das geht nicht. Kurzum: Das dritte Album mit dem klangvollen Namen „Wilder Mind“ des eigentlich-Folk-Kollektivs geht nicht.

Was wirbelten wir für trockenen Staub auf, tanzten wild zu gezupften Ausschreitungen und schrien enthusiastisch Phrasen à la „Your grace is wasted in your face“ im Einklang mit der sympathischen Energie-Band. Bisher gaben zwei wundertolle folklastige Alben der Londoner allen Anlass dazu. Doch die ganze Szenerie sähe im Jahr 2015 anders aus: Vor allem eher lahm wippende Rae Garvey-Anhänger in Kunstlederjacken könnten sich nun unter das homogene Publikum mit ihrem schalen Bier mischen und desillusioniert im Takte nicken. Mumford, Söhne: Was ist da los?

Man picke sich nur die Single „Believe“ aus einem Dutzend düsterer, weitaus elektronischer ausgerichteten Songs. Hallo Coldplay, das konntet ihr schon einmal besser! Artige Drum Maschinerie hier, unverhohlene Synthies dort: Was die vier Musiker nun abliefern, ist verwechselbar geworden.

Dabei kratzte Mumfords Stimme seit jeher an der Spitze der Emotionalität – sie wurde gefeiert, immer fein im Zusammenhang mit dem reizvollen Crescendo-Sound der Band zu stehen. In einem Yin und Yang-Prozess schälten sich einmalige Synergien aus dem Spiel, welche den Frontmann in einer sich stets steigernden Gänsehautnähe brillieren ließen. Der liebreizende Zusammenschluss verwöhnte mit energetischen Akustikperlen, die Haare aufstellten. Jetzt halten lieblose Four to the Floor-Takthaltereien und gekleisterte Soundschichten Einzug in das, was zuvor das heilige Gebiet der Akustik darstellte.

Als völlig neues Schmankerl räkeln sich gewollte Refrains in der musikalischen Ideenstube des Quartetts, welche allen Bandvierteln ihre Show zugestehen sollen. Das ganze Schema geht auf Kosten eines gebrandmarkten Wiedererkennungswertes. Was gewohnt reibeisig daherkam und zum Dahinschmelzen verzückte, gestaltet sich beliebig: Marcus schreit, schreit sich heiser, um eine Eindringlichkeit zu erzeugen, die auch mittels einfach gestrickter Nähe zu erreichen wäre.

Machen wir uns nichts vor: Mumford & Sons verstanden es wie viele andere, auf der Trendwelle des Folk-Rock/-Pop zu reiten und dennoch einen Hauch Spezialität mitzubringen. Auf „Wilder Mind“ brechen sie mit dieser Welle im Speziellen und jeglichen Trends im Allgemeinen. Während Künstler nach einer maßgeblichen Weiterentwicklung und gewagten Experimenten streben, langen die Londoner nach einem lauwarmen aufgekochten Sound, der so in einer Vielzahl bereits bespielt wird. Es entsteht eine Art Rock, der sich nicht mehr an den Folk kleiner Scheunen anlehnen, sondern sich mit seinen elektronischen Spielereien neben U2 in Stadien einreihen möchte.

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