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Rocko Schamoni And Mirage – Die Vergessenen – Perlenfischer

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Er kann es zum Glück nicht lassen. Rocko Schamoni hatte sich ja eigentlich mit dem Album „Rocko Schamoni & Little Machine“ aus dem Musikerleben verabschiedet und sich Bühnenarbeiten sowie seinem literarischen Werk gewidmet, dem Bücher wie „Tag der geschlossenen Tür“ oder zuletzt „Fünf Löcher im Himmel“ entsprangen. Durchgehalten hat er die Abstinenz von der Musik freilich nicht lange, galt es doch, zusammen mit seinen Studio-Braun Kollegen Heinz Strunk und Jacques Palminger als Fraktus klarzustellen, wer den Techno erfunden hat. Und so wie in einem ihrer Songs der Affe Liebe braucht, braucht der Hamburger die Bühne und kehrt er nun als Sänger und Conférencier zurück.

Dem Angebot, einen musikalischen Abend zusammen mit einem Orchester für die Ruhrtriennale zu gestalten folgend, gründete er das Orchester Mirage und sammelte via Crowdfunding 40.000 € ein. Der Abend wurde abgesagt, aber die Leidenschaft für die Songs ließ das Projekt weiterleben, schließlich sollten die Spender auch das versprochene Produkt erhalten. So wurde mit dem Mirage-Kapellmeister und Arrangeur Sebastian Hofmann das Album fertiggestellt und wird jetzt via Staatsakt veröffentlicht.

„Die Vergessenen“ heißt die Kollektion von Stücken, die in den Augen des künstlerischen Multi-Taskers unverdient auf das Abstellgleis der deutschen Pop-Historie geraten sind. Rocko Schamonis Rundumschlag erfasst dabei Tondokumente aus den letzten fünfzig Jahren, deren Gemeinsamkeit nicht nur im Willen zum Unperfekten, sondern auch in deren widerborstigen Lyrik zu finden ist. 11 Song-Perlen fischte Schamoni so aus der Versenkung, zwei eigene Kompositionen hat der Meister außerdem platziert. „Angela“, der Song über unsere eiserne Kanzlerin, ist so einer.

Die 16-köpfige Band erzeugt dabei einen Sound zwischen epischer Filmmusik, große Schlager-Revue bis zum Glamourchanson, in denen King Rocko voll aufgeht. Das Repertoire schlägt eine Brücke zwischen Altvorderen wie Manfred Krug („Früh War Der Tag Erwacht“) oder Hildegard Knef („Lass das Vergangene vergangen sein“), den Polit-Aktivisten Ton Steine Scherben („Morgenlicht“) hin zu Acts vom legendären Hamburger Zick-Zack-Label wie Saal 2 („Rom“). Eine Wicked Game-Gitarre führt durch die Interpretation von „Was kostet die Welt“ der Münchner Indie-Urgesteine F.S.K., während Rica Blunck den Refrain Laissez-faire durch das Mikro haucht. Schwelgerische Streicher und Bläsersätze machen das im Original schwermütige „Loswerden“ von Tilmann Rossmys Band Die Regierung zu einer heiter-swingenden Angelegenheit.

„Kein Gott, Kein Staat, Keine Arbeit, Kein Geld“ – die Überzeugung, mit denen Schamoni die Zeilen aus „Das Zelt“ vom Jeans Team schmettert, beweist die wahrhaftige Überzeugungstäterschaft bei der Auswahl der Songs, seine Version von „Das ist wieder so `ne Phase“ der Lassie Singers verneigt sich tief vor der Melancholie Christiane Rösingers während „Die geheime Weltregierung“ von GUZ voller Good Vibrations zum Umsturz aufruft.

Das letzte Stück fragt „Who Will Buy My Yesterdays“. Nun, das Material von gestern haben wir schon. Jetzt, wo Rocko Schamoni zurück ist, warten wir gespannt auf alles Neue in hoffentlich naher Zukunft.

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