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Shana Cleveland And The Sandcastles – Oh Man, Cover The Ground

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Mein lieber Scholli, aus dem Nichts taucht hier mit Shana Cleveland und ihrem Debüt ein leises, sich im Gletschertempo fortbewegendes, mirakulös schönes Indie-Folk-Kleinod auf. Das heißt, so ganz stimmt das mit dem aus-dem-Nichts natürlich nicht. Das erscheint ja meist nur so, bei derart verflucht großartigen Debüts.

Shana Cleveland ist die Gitarristin und Sängerin von La Luz, einer neuen Surf-Rock (auch Surf-Noir genannt) spielenden, rein weiblichen Seattler Kombo. Im ehemaligen Grunge-Epizentrum, sowie der Westküste an sich, füllen La Luz schon ganz ordentliche Indie-Clubs. Hierzulande kennen sie nur absolute Genrespezialisten. Das dürfte sich im Sommer ändern, mit dem Erscheinen ihres zweiten Albums, auf das die musikjournalistische Welt aufmerksam werden wird, weil es der aktuelle Retter des Rock, das lässig drei Alben pro Jahr kickende San Franciscoer Jam-Wunderkind Ty Segall, produziert.

Doch zuvor nun Shana Clevelands Debüt mit den Sandcastles. Surf und andere dreckige Rock-Tugenden kann man hier knicken. Es regieren die in sich gekehrten, mäandernden Akustikgitarrenwelten des Fingerpickings. Einen warmen Home-Recording-Bass drübergelegt, ein paar Takte mit den Besen in einem kleinen Kellerstudio dazugemischt, hier und da ein verträumt und verloren vor sich hin klimperndes Keyboard, die zarte Wortmeldung einer Geige oder Violine, und zu guter Letzt eine präzise, bluesig-jaulende E-Gitarre im Stile Bill Callahans.

Wie der Opener „Butter & Eggs“ bezirzt, und im weiteren Verlauf „Holy Rollers“, „Itching Around“ oder „Golden Days“ introvertierten, die Welt anhaltenden Charme versprüht, macht Baff – ganz ohne laute Effekthascherei. Nicht nur der Humor beweisende, absolut pathosfreie Albumtitel ist ein Jahresbestenlisten-Kandidat, was soll man auch groß anderes sagen, wenn es mal wieder aussieht wie Sau und die Eltern oder der Handwerker klingelt.

Bill Callahan ist die treffende Referenz (und das will was heißen), auch wenn er sich strukturell wesentlich minimalistischer und bluesiger präsentiert. Shana Cleveland beseelt auf die gleiche Art: mit der Kraft der Ruhe und Reflexion. Die melodiöse Basis des Fingerpickings mag sich gegen Ende der dreizehn Songs eine Nuance ausleiern, aber die akustische Gitarre ist und bleibt das Fundament und Wesen dieses überaus schnuckeligen Folk-Albums.

„Oh Man, Cover The Ground“ mit seinen introvertierten Grübeleien über Sinn und Unsinn der Welt ist ein phantastisches Debüt, gerade weil es im Grunde aus leicht dahin geworfenen Skizzen und ein wenig schludriger Nonchalance besteht. Die feiert scheinbar wieder Renaissance in weiblicher Form im Pop: bei Courtney Barnett-Shows bleiben keine Tickets übrig, weltweit, und das ganz ohne elaboriertes Kunstverständnis.

Elaboriertes was? Genau, fragen wir Shana Cleveland, bringt sie ihr Album mit hochtrabender Quintessenz auf den Punkt: „I think these songs have a lot to do with the weirdness of being inside your own head all the time in the outside world. Sort of an internal monologue of thoughts I have but wouldn’t say. It’s about laziness, and lust, and wanting to eat other people’s food when it looks better than mine.“

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