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Prinzhorn Dance School – Home Economics

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Prinzhorn Dance School begeben sich einmal mehr auf eine arg politische Kunstmission: Beim aufmerksamen Lauschen des recht kurz geratenen Drittlings der Briten verfällst Du abermals in die intellektuell-aufbegehrende Denkerpose, anstatt Dich dem hemmungslosen Pogen hinzugeben. Dem alles überschattenden Minimalismus im althergebrachten Punkansatz sei Dank.

Mit tiefgreifender lyrischer Kunst, aufgesetzter Namensgebungs-Falschheit und scheinbarer Instrumental-Trivialität meutert das Duo gegen die tatsächliche Oberflächlichkeit unserer arschkonventionellen Gesellschaft. Solcherlei Gehirnknoten kredenzten bisher eine Vielzahl zynischer Jugendbewegungen – doch eben jenen Casus knacksus entwirrt „Home Economics“ mit entwaffnender Souveränität.

Gitarrist Tobin „denkste“ Prinz, sowie Schlagwerk- und Bassexpertin Suzi „vermeintlich“ Horn zücken nicht allzu viele Instrumentalasse aus dem Musizierendenärmel. Sie verstecken sich eben nicht hinter einer stimmigen Opulenz oder gar künstlich gekleisterten Schichten. Die auf „Home Economics“ geschaffene Melancholie-Blase droht erst zu zerbersten, wenn das Duo gleich hellsehenden Dichtern einer analysegeilen Menge Lyrikhappen vor die Füße wirft, die sie aus dem schnöden Alltag erhascht haben. Als würde man einen bedeutungsschwangeren Poetry Slam um seine tatsächliche Moral beschneiden, sie fein filtern und die kritische Essenz ohne zugehörige Anekdotenschwafelei in Zeitlupentempo aneinanderheften: So lassen sich die freiheitsliebenden Texte der Kunststudierenden hören.

Dafür halten lediglich „Bumm Tschak“-artige Bass Drum-Tretereien und Snare-Rhythmen her, auf welchen sich recht selbstgenügsam ein einstimmiger schnörkelloser Gesang räkelt; Ein kontrollierter Gesang, der nicht freiweg aus dem Bauche kommt, denn vielmehr dem Kopf entspringt. Kurzerhand nimmt die Gitarre prägnante Gesangspassagen als Hook in Endlosschleife auf oder halten einfache Dreiklang-Anleihen für eingeschobene irgendwie-Soli her. Für das Zeug musst Du keine Musikschule besuchen. Aber damit der Kram trägt, brauchst Du einen Tiefgang aus Stahl. Und den haben Princehorn Dance School allemal.

„I don’t know what’s real and what’s for show“ klagt etwa Tobin Prinz neben den allzeit präsenten, steten Basslinien und punktuell-amateurhaften Drums („Let Me Go“). In jene Aussagenwaagschale legt er weit weniger subtiles Aggressionsgewicht hinein, als noch auf dem gleichnamigen 2007er Debüt, welches hie und da mit kurzem, die Stimmen erhebenden Aufbegehren gespickt war. In Frage kommende Konzeptpartner – wie etwa die Brightoner Alternative-Homies um Blood Red Shoes – erschaffen dennoch nicht mehr Durchschlagskraft mittels offenkundig härterer Gangarten.

Summa summarum: Etwas resignierter, gar erwachsener präsentiert sich „Home Economics“, keineswegs jedoch artiger oder aber konform. Vielmehr verfolgen Prinzhorn Dance School den tanzbaren Low Fidelity Punk weitaus stringenter als zuvor und gestehen Melodieschnipseln mehr Glanz zu. Kein Schnickschnack, kein Firlefanz: Nur die ehrlichen, klaren, nachdenklich machenden Worte kleiden sich in ebenso ehrlicher, klarer und Raum lassender Instrumentation. Das ist Kunst, die nicht weg kann.

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