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Ezra Furman – Perpetual Motion People

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Nicht wenige Leute haben schon verwirrt bis erschreckt Ezra Furmans Konzerte verlassen: Was der 28-jährige Allroundkünstler aus Chicago auf der Bühne veranstaltet, ist für viele schlichtweg zu freakig – und für andere die Offenbarung.

Ezra Furman war bis vor einigen Jahren Frontmann der ebenfalls bei Bella Union veröffentlichten Indiefolkband The Harpoons, 2012 machte er sich mit dem hintersinnig betitelten Soloalbum „The Year Of No Returning“ sozusagen selbstständig. Und wie: In seiner Musik feiern die Ramones, Phil Spector, Chuck Berry und Doo-Wop-Gesang fröhliche Urständ‘. Stimmlich erinnert Furman an den jungen Jonathan Richman oder den nölig-nörgeligen Gordon Gano, und für Liveauftritte schlüpft der zarte Mann gerne mal ins kleine Schwarze, das er mit passendem Make-up auch auf dem Cover seines neuen, dritten Albums „Perpetual Motion People“ trägt.

Ezra Furman ist ein derart intensiver Performer, Musiker und Texteschreiber, dass ihm schon öfters ein Hang zum Manisch-Depressiven unterstellt wurde. Vielleicht haben die Hobbydiagnostiker recht, vielleicht auch nicht. Dass Furmans Musik trotz aller Eingängigkeit und umwerfender Energie kein mainstreamkompatibles Chartsfutter ist, dürfte dagegen ziemlich klar sein. Er sei „besessen“ von tiefen (männlichen) Gesangsstimmen – womöglich, weil seine eigene Stimme hell und krächzig ist.

Deshalb sind in vielen seiner Lieder Doo-Wop-Elemente zu finden, egal, ob das Stück von schrammeligem DIY-Punkrock inspiriert ist oder von zartem Folk. Bei Furman passt das alles wunderbar zusammen, man wird von seinem euphorischen Ansatz einfach mitgerissen – zu den Songs kann man tanzen, heulen, laut mitsingen, alles geht. Seine Version von Punk ist weniger martialisch als offen und freundlich; und Folk ist bei Furman keine verschnarchte Lagerfeuerangelegenheit, sondern ein schräges Happening, zu dem er zur allgemeinen Überraschung ein paar spritzige Bläser einlädt. Furman mixt Skiffle mit nostalgischem Rock’n’Roll („Pot Holes“), spielt den Betrunkenen in „Wobbly“ oder huldigt Roots-Rock und Garagenbeat mit „Hour of Deepest Need“ und „Tip of a Match“.

Der Albumtitel „Perpetual Motion People“ hat laut Furman mehrere Bedeutungen, zum einen verweist es auf das unstete Leben als tourender Rockmusiker, das ihn schon oft an den Rand des Wahnsinns gebracht hat. Zum anderen gibt es noch eine weitere Ebene, nämlich Ezra Furmans biografischen Background als US-Amerikaner mit jüdischen Wurzeln – die unverschuldete Unrast seines Volkes projiziert Furman auf sich; und sein Glaube geht immerhin so weit, dass er am Sabbat keine Konzerte gibt.

„I was sick of this ordinary life / you’ve gotta keep it new to keep it true“, singt Furman im glammy „Ordinary Life“ – die Zeile ist Programm.

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