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Joss Stone – Water For Your Soul – Reggae Soul

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Irgendwie scheinen bei der Geburt von Joss Stone die Sterne besonders gut gestanden zu haben. Wegen Dyslexie und Differenzen mit den Lehrern frühzeitig von der Schule abgegangen, konzentrierte sie sich auf das Singen. Gewann schon als Kind mehrere Gesangswettbewerbe und kam 2003 mit „The Soul Sessions“ genau zum richtigen Zeitpunkt, um Anfang der 2000er beim gerade blühenden Neo-Soul Boom mit dabei zu sein. Das Ergebnis: Das Album landete in mehreren Ländern in den Top Ten und machte die damals 17-jährige aus dem Stand rund um den Globus bekannt.

Auch ihre folgenden fünf Alben verkauften sich so gut, dass Joss Stone mittlerweile zu den bestverdienenden Sängerinnen weltweit zählt. Nebenbei betreibt sie noch ihr eigenes Label und ist hin und wieder auch als Schauspielerin zu sehen. Alles perfekt soweit. Was man bei ihr allerdings bislang vermisst hatte, war ein Album das außer bewährter, sicherer Qualität auch mal stärker im Kreativbereich punkten konnte.

Anscheinend hatte die 28-jährige aber auch selbst das Gefühl, mal etwas ändern zu wollen. In den drei Jahren seit ihrem letzten Album „The Soul Sessions Vol.2“ nahm sie sich eine Auszeit, in der sie mit einem alten VW-Bus durch die Gegend reiste. Außerdem startete sie letztes Jahr ihre „Total World Tour“, bei der sie in jedem Land auf dem Planeten zumindest einmal gespielt haben will.

Und sie machte 2011 im Rahmen des „SuperHeavy“-Superstarprojekts die Bekanntschaft von Damian Marley. Der jüngste Bob Marley-Spross schlug ihr vor, doch mal ein Reggae-Album aufzunehmen. Gesagt und im Lauf der letzten drei Jahre auch getan. Herausgekommen ist dabei mit „Water For Your Soul“ zwar auch keine komplette experimentelle Neuerfindung ihrer musikalischen Identität, aber zumindest ihr bislang entdeckungsfreudigstes Album.

Als Reggae-Sängerin sieht sie sich zwar auch selber nicht, aber sie schlägt sich auf diesem Gebiet zumindest meist recht wacker. Auf Stücken wie „Love Me“, „Way Oh“, „Cut The Line“, „Molly Town“ „Underworld“ und „Harry’s Symphony” funktioniert die Verbindung aus ihrer rauchigen Blues/Soulstimme mit Reggae ganz gut und hat definitiv seinen eigenen Charme. Ein wichtiger Punkt ist dabei allerdings auch, das Damian Marley dafür gesorgt hat, dass das Reggae-Backing über genügend urwüchsige Erdung und Authentizität verfügt. Nicht genreuntypisch hat sich Joss Stone in den letzten Jahren wohl auch verstärkt mit dem Heilkraut der Völker beschäftigt, denn mit „Sensimilla“ gibt es auch eine nette, entspannte Ode an das grüne Kraut.

Es ist aber auch nicht alles durch Reggae inspiriert. Und es ist auch nicht alles gelungen. „This Ain’t Love“ ist noch eine gute funky Soulnummer. Und „The Answer“ ein interessant groovender World Music Mix. Aber zum Beispiel „Stuck On You“ wird durch den Einsatz von Tablas auch nicht viel spannender. Desgleichen „Star“. Trotz Tuba und Kinderchor zündet der Song nicht so ganz. Und bei „Let Me Breathe“ lässt einen nicht nur die spanisch inspirierte Gitarre an die Backgroundbeschallung einer Strandbar denken.

Produziert wurde das Album überwiegend von Joss Stone selbst zusammen mit Damian Marley. Und das ist ihnen ganz gut gelungen. Die Stücke kommen sehr direkt und erdig und verlieren trotz der gelegentlichen Overdubs von Streichern, Bläsern, Chören u.ä. nie ihre unmittelbare, direkte Transparenz. Außerdem hat Damian Marley bei den Reggae-Stücken natürlich auch ein paar sehr gute jamaikanische Session-Cracks mit ins Studio geholt.

Ein Manko ist die Länge des Albums. Vierzehn Stücke über 64 Minuten sind schon recht ausufernd und etwas ermüdend. Ein bisschen mehr Qualitätskontrolle hätte der Sache gut getan und hätte ein griffigeres, besser zu konsumierendes Album ergeben. Vielleicht hätte Joss Stone einfach den Mut zu einem konsequent durchgängigen Reggae-Album haben sollen, denn unter dem Strich funktionieren die Reggae-Stücke eigentlich am besten.

Aber generell ist es kein Fehler, dass sie sich mal aus ihrem gewohnten Stilumfeld heraus gewagt hat. Denn sie verfügt als Sängerin über einen recht individuellen Werdegang. Hat Persönlichkeit, eine große Stimme und kommerzielle Rücksichten dürften sie wohl auch nicht mehr hemmen können.

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