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Spector – Moth Boys

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Als die Londoner Band Spector im Jahr 2012 den Debüt-Longplayer „Enjoy It While It Lasts“ herausbrachte, wurde sie gern mit The Killers verglichen: der gitarrenbetonte Indie-Rock mit hymnischen Refrains erinnerte durchaus an die Stars aus den USA. Spector wirkten etwas unentschlossen, aber mit Spaß an der Sache.

Kurz darauf stieg Gitarrist/Keyboarder Chris Burman aus, Spector schrumpften zum Quartett und die übrigen Mitglieder um Frontmann Fred Macpherson schienen zu ihrer Identität zu finden, sich weniger auf Einflüsse und Urteile von außen zu verlassen.

Vor der Veröffentlichung ihrer neuen Platte ließen Spector verlautbaren, dass es ihnen schon wieder nicht gelungen sei, ein richtig gutes Album zu machen, dass sie es nur mal wieder versucht haben – typisch britisches Understatement, kann man da nur sagen. Denn das neue Album „Moth Boys“ erweckt jedenfalls den Eindruck, als hätte die Band zum einen mehr Selbstbewusstsein erlangt, und dazu einen souveräneren Umgang mit ihren Vorbildern.

Obwohl Macpherson auf der bereits Anfang dieses Jahres erschienenen Single „All the Sad Young Men“ singt, „I’m getting bored of all these songs I write / and the people I become“, ist der Effekt genau gegenteilig: Keine Langeweile, nirgends, sondern ein formidabler, knackiger Hit mit perlenden Gitarrenläufen. Dass Spector ihre Fühler gern in Richtung Krautrock ausstrecken, war schon auf dem Debüt zu spüren, auf „Moth Boys“ gehen sie noch ein Stückchen weiter. Sie schichten Synthie- und Gitarrenspuren auf vertrackte Beats, klingen so sehnsuchtsvoll und gleichzeitig desillusioniert wie einst Talk Talk, oder aktueller, Editors.

Jetzt sind wir schon wieder bei Vergleichsbands – haben Spector denn gar nichts eigenes zu bieten? Oh doch. Spector wissen, dass die Popgeschichte eine retromanische ist, dass jede neue Musik auf Referenzen aufbaut, dies quasi muss – und Spector basteln aus den Versatzstücken der Vergangenheit ihr Update. Ein Track wie „Don’t Make Me Try“ gehört schon seit einer Weile zum Liveprogramm der Band, ist schnell und catchy; „Stay High“ baut auf druckvollen Beat und einen sich hochschraubenden Refrain, weitere Beweise für das neue Selbstverständnis und –bewusstsein der Band.

„Using“, „Bad Boyfriend“ und „West End“ evozieren ein beinah perfektes Achtzigerjahre-Gefühl: noch mehr Synthies, noch griffigere Hooklines – in diesem Hochgefühl verzeiht man Spector auch die müderen Momente, wie zum Beispiel in „Cocktail Party – Head Interlude“, das etwas uninspiriert auf der Stelle tritt. Der Schlusssong „Lately“ entschädigt dafür allerdings komplett, Gitarren und Synthies treiben sich gegenseitig zu einem euphorisierenden Höhepunkt. In diesem Song kristallisiert sich heraus, was Spector vorhatten und was ihnen zum Großteil ja auch gelingt, nämlich perfekte Popsongs zu schreiben.

Wenn Spector jetzt nicht nervös werden und weiter auf der mit „Moth Boys“ eingeschlagenen Spur fahren, wird ihr drittes Album bestimmt endlich „richtig gut“.

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