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The Arcs (Credit Richard Swift)

The Arcs – Yours, Dreamily

Vom Tellerwäscher zum Millionär. Kaum eine Rock-Band des Heutzutage schuftete länger im US-amerikanischen Underground des Blues- und Garage-Rock, war länger ein Szene-Tipp und Kenner-Begriff als die Black Keys. Vor dem großen Ruhm, als die Sache richtig fahrt aufnahm und das meiner Meinung nach beste Album, das von Danger Mouse produzierte „Attack & Release“ erschien, standen Dan Auerbach und Patrick Carney kurz vor der Trennung. Damals, 2009, entschloss sich Auerbach seine Songideen einfach selbst umzusetzen und das Soloalbum „Keep it Hid“ war geboren.

Nun, die Black Keys sind inzwischen mit „Brothers“ und „El Camino“ in den Grammy-ausgezeichneten Stadion-Rock-Olymp aufgestiegen und haben letztes Jahr ein mainstream-untaugliches Psychedelic-Blues-Rock-Album aufgenommen. Jetzt veröffentlicht Dan Auerbach erneut ein Soloalbum, diesmal allerdings mit derlei Unterstützung hier und dort, dass er nicht seinen Namen, sondern The Arcs darunter setzt.

Black Keys-Drummer Carney hat sich bekanntlich die Schulter recht schwer verletzt und keiner weiß, wie lange die Pause der Hauptband dauern wird. Und man merkt „Yours, Dreamily“ recht unvermittelt an, derselbe Grund weshalb das letzte Keys-Album so düster, traurig und radiountauglich wurde, bestimmt nach wie vor Auerbachs kreativen Output: seine recht unschöne Scheidung.

Trennungsalbum 2.0 also. In „Yours, Dreamily“ treibt Auerbach seine Blues-Erkundungen weit in Richtung Soul und R’n’B. Auerbach rockt hier nicht, Auerbach spielt und befreit sich von Seelenpein. Entsprechend unspektakulär und unaufgeregt kommen die Gefühlsausbrüche zunächst rüber. „Yours, Dreamily“ braucht eine Weile, aber mit zunehmenden Durchgängen bleiben Melodien hängen, funktionieren die zart gesetzten Höhepunkte.

Vor allem am Falsett hat Auerbach eindrucksvoll gearbeitet, mehr als die Blues-Gitarre trägt seine Stimme die Songs. Und wenn dann noch eine rein weibliche New Yorker Mariachi-Band als Chor die Gefühlslagen vertiefen hilft, haben wir ein schönes Stück Gitarrenmusik, welches mit Rock nicht mehr viel am Hut hat.

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