Miss Platnum – Ich War Hier – Deutsch-Pop, die Zweite

Balkan-Pop hat ausgedient: Ruth Maria Renner alias Miss Platnum hat keine Lust mehr auf ihr selbstgeschnürtes Kunstfigur-Korsett. Stattdessen macht sich die Berlinerin nun am Deutsch-Pop-Buffet zu schaffen. An eben jenem bediente sich die Berlinerin bereits im vergangenen Jahr nach Lust und Laune (“Glück Und Benzin“). Nun steht also der zweite Gang an. Herr Ober, bitte einmal „Ich War Hier“ für alle! Kommt sofort!

Ebenfalls mit Messer und Gabel bewaffnet präsentieren sich diesmal pubertierende Gören aus der Hood (“MDCHN”), der eine oder andere vierbeinige Kläffer (“Bleib Rudel”, “Er’s Guter Hund”) und flatternde Liebeskummerherzen im Promille-Wahn (“Köpf Die Flaschen”, “Dein Name”). Die opulentesten Happen sind aber natürlich der “Königin” vorbehalten. Wen wundert’s? Miss Platnum stellt sich schließlich nur ungern hinten an.

Selbstbewusst wie eh und je diniert die neu gekrönte Queen of Deutsch-Pop, während im Background urbane Beats und R’n’B-lastige Rhythmen die Kellner auf Trab halten. Gesungen wird natürlich auch. Und das bisweilen sogar überdurchschnittlich gut. Dennoch sträubt man sich ein wenig davor, ebenfalls Platz zu nehmen.

Vielleicht liegt es am mitunter doch etwas verwirrenden Kreuzüber-Potpourri, der mit teilweise wahllos eingestreuten Hip-Hop-, Dub-, R’n’B- und Pop-Einwürfen nur selten einen roten Faden erkennen lässt? Oder sind es die doch arg ausgewrungenen Phrasen, die am reich gedeckten Tische der Verantwortlichen Ping Pong spielen?

Wie auch immer – So richtig zünden will die schick und taff aufbereitete Mehrgänge-Menü-Party dann doch nicht. Muss sie aber auch nicht. Hauptsache alle werden satt. Und das werden sie; wenngleich dem einen oder anderen am nächsten Morgen etwas der Magen grummelt. In diesem Sinne: Guten Appetit!

 

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