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Ellie Goulding – Delirium

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Nach vorne streben wir alle irgendwie und irgendwo, jederzeit und allerorts. Nur Ellie Goulding – die zaubertolle Ellie scheint in ihrer musikalischen Laufbahn permanent einen zögerlichen Niveau-Schritt zurück zu trotten. Zumindest lassen die eingehenden Beobachtungen auf dem Goulding-Radar der letzten fünf Jahre auf ein leichtes Abdriften in den alles verzehrenden Belanglos-Sog des glitzerbunten Allerweltpops schließen. Und jetzt? Jetzt bleibt sie einfach stehen. Einfach so.

Langsam, stetig und sicheren Fußes tingelte die britische Singer-Songwriterin in die Richtung trivialer Textlandschaften und weitaus elektronischer ausgerichteter Musikuntermalungen. Überzeugte sie noch auf ihrem Majordebüt „Lights“ mit einer engelsgleichen Stimme, welche es verstand, ein paar wenige Elemente zu einem zauberschönen Musikstück zusammenzuflechten, webt sie nun weiterhin an ihrem kunterbunten Musikteppich aus kratzenden Beats und einzeiligen Poesie-Ergüssen: Willkommen auf „Delirium“. Willkommen auf der neuen alten, leider nicht ursprünglichen Plattform Ellie Goulding.

Denn früher war alles besser. Was wie ein Ausruf meines verbitterten zarten Ossi-Ichs daherkommt, lässt sich in jedem Fall auf mein kleines hüpfendes Fanherz beziehen: Früher, da bestanden die Refrains der begnadeten Sängerin noch aus formschönen Vierzeilern. Heute, im weniger anspruchsvollen „Delirium“-Zeitalter, ziehen sich über die durchschnittlichen vier Musikminuten stetig wiederholte Catchphrases, welche aufgeregten Beatfrickeleien hinterherhechten („Something In The Way You Move“).

Es lässt sich einfach nicht das schier klebrige Gefühl abschütteln, dass keine einzige wertvolle Stunde für diese Art des Songwriting investiert wurde, denn vielmehr Algorithmen-Maschinerien auf Hitpotential-Basis fleißig vor sich hin tuckerten. Was mag die breite Masse? Ganz genau, bitte möglichst geschmacksneutral serviertes Musikgut: nicht zuviel des allein stehenden zuckersüßen Gesangs, schon gar keine pfeffrigen Melodieideen – bloß kein abschreckendes Haar in der dicken Beatsuppe.

Ein paar Neuheiten haben sich dennoch auf dem aktuellen musikalischen Output der Britin eingeschlichen: Edgy Stimmen-Quietschereien reihen sich neben leicht gestöhnten Gesangspassagen als wohl neueste Gesangstechniken in befremdlich wirkendes Material ein („Keep On Dancing“). Hibbelige Off-Beat-Klackereien garantieren ausgelassenen Tanzspaß auf „Around U“, welches aus unglaublich vielen, sich gegenseitig kannibalisierenden Tonspuren zusammengeschustert wurde, die der Sängerin stundenlanges Einsingen im Studio beschert haben dürften.

Manchmal, da schimmern klitzekleine Lichtblicke durch die Flut des weniger EDM-lastigen, doch immer noch hie und da verdammt tech-gesteuerten Liedguts („Lost And Found“) hervor. Diese lassen sich im hallenden Schmierpop jedoch nur selten und schwerlich ausmachen. Zwar besteht „Delirium“ wieder aus etwas mehr Stimme, bei weitem aber nicht aus mehr Ellie. Doch genau die wollen wir zurück – nur die breite Masse, die wahrscheinlich nicht. Denn eben die konsumiert auch 50 Shades Of Grey.

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