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Chris Brown – Royalty – #NoFilter

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Hat Chris Brown eigentlich noch ein vorsorgliches Anti-Aggressionstraining mehr gemacht? Er klingt auf seinem neuen Album jedenfalls wesentlich gelockerter als auf seinen Vorgängern. Posen wurde auf der LP „X“ aus 2014 noch groß geschrieben. Das hat der Sänger und Rapper zwar auch auf seinem neuesten Streich nicht vergessen, doch auf ganzer Länge wirkt „Royalty“ fast wie die erste Soul-Platte von Brown.

Vor allem die Instrumentierung wirkt erdiger als die Dancehall-Ausbrüche, mit denen man beispielsweise noch auf „Fortune“ konfrontiert wurde. Die kurz aufblitzenden Gitarren auf „Zero“ erinnern eher an den Funk von Nile Rodgers. Auch der Opener, die erste Single „Back To Sleep“, klingt angenehm unprätentiös. Vielleicht hat sich Brown zum ersten Mal bei der reduzierten Produktionsweise von Drake etwas abgeschaut und ein Gespür dafür entwickelt, dass weniger manchmal selbst in der Hip-Hop-Welt mehr sein kann. Und das steht Brown überraschenderweise deutlich besser als diverse Versuche, den sogenannten Crunk-Sound von Lil Jon zu adaptieren.

In „Anyway“ kehrt er aber wieder zurück zu seinen Wurzeln. Zur Erinnerung: Die waren immer arg überproduziert. Autotune und prolliger Dancehall, der darauf besteht, Contemporary R’n’B genannt zu werden. Sean Paul ist doch mittlerweile wirklich überholt. Da wirken Rap-Nebenprojekte wie Future Brown um Dimensionen innovativer.

Zum Glück bleibt das aber eher die Ausnahme. Der Track „No Filter“ hält wiederum, was er verspricht und setzt nahezu auf komplett natürliche Arrangements in Form von groovigen Bassläufen. Den Filter hätte Brown aber bei der finalen Tracklist noch einmal anmachen sollen. Auch „Royalty“ gehört nämlich zu den Alben des Rappers, die überdurchschnittlich viel Songmaterial präsentieren. Das Autotune-Drittel der achtzehn Songs hätte man aber guten Gewissens aussortieren können.

Dann würden Rap-Perlen wie „Blow It In The Wind“ oder balladeske Souleinlagen wie „KAE“ aus der Masse auch mehr hervorstechen können. Leicht überzuckerte Stücke wie „Picture Me Rollin´“, in denen Brown im Refrain die Melodie des G-Funk-Klassikers „Regulate“ von Nate Dogg und Warren G anstimmt, muten nämlich eher verzichtbar an. Da hat Drake mit seinem „Hotline Bling“ in diesem Jahr einfach um Längen cleverer gesampelt.

Alles in allem ist es Brown aber hoch anzurechnen, dass er produktionstechnisch lieber einen Gang zurückschaltet und nicht auf den Macklemore-Zug aufspringt. Der Herr muss sich nämlich gar nicht hinter allzu viel Effekthascherei verstecken. Schließlich ist „Royalty“ stimmlich ziemlich souverän.

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