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Dagobert und Wanda – Live in der Muffathalle, München

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Und wieder Wien. Nach unserem Besuch von Marsimoto letzte Woche, sind nun die Wiener Wanda mit ihrem neuen Album „Bussi“ auf Deutschland Tournee. Für ihren Support bewiesen sie Geschmack und suchten sich MusikBlog Liebling Dagobert aus.

Die Münchner Muffathalle ist seit dem Sommer ausverkauft, vor so vollem Haus dürfte der Schweizer Dagobert noch nie gespielt haben. Wie von ihm gewohnt, agiert er jedoch mit großen Rock-Schlager-Posen als wäre das für ihn alltägliche Normalität. Nach einem sehr passenden Intro durch Doris Days „The Way I Dreamed It“ startet Lukas Jäger, wie Dagobert bürgerlich heißt, mit „Angeln Gehen“ vom aktuellen Album „Afrika„. Dagobert fordert beim nicht so schweren Refrain („lala la la la laalala…“) sofort das Publikum zum Mitsingen auf: „München, singt mit, ich will euch alle hören“, „One more time“, „München, wo seid ihr?“. Von den Zuschauern kennt offenbar niemand Dagobert, nach einigem Zögern können sie sich jedoch dem Charme des Wahlberliners nicht länger entziehen und machen bereitwillig  mit.

Die Dagobertsche Schlager-Show setzt sich fort mit Hits wie „Rede mit mir“, „Zehn Jahre“ und „Ich bin zu jung“. Dazwischen kämmt sich Dagobert mit einem Kamm die Haare seiner perfekten Pomade-Schlager-Frisur zurück, zieht sein Sakko aus (darunter kommt ein Dagobert Tanktop zum Vorschein), bedankt sich beim Publikum („München, ihr seid spitze“, „Wir lieben euch alle“) und klatscht die erste Zuschauerreihe ab wie ein Popstar. Die Halle ist mittlerweile voll dabei, tanzt und singt eifrig mit.

Wie immer bei Dagobert, weiß man nie, was ernst gemeint und was ironisch ist, aber das war auch egal, denn es war einfach eine lustige und sehr unterhaltsame Show vor der Show.

Durch die MusikBlog Redaktionsräume geisterte kürzlich der Begriff „Zeltplatz-Rock“ als neue Genrebezeichnung für Wanda und ein bisschen so war auch die Atmosphäre in der Muffathalle. Zumindest waren große Halstücher und Jute-Rucksäcke stark präsent und sogar eine Fahne hatte einer dabei.

In der halbstündigen Umbaupause ist dann u.a. „Tomorrow Never Knows“ der Beatles zu hören, eine Band, die Wanda bekanntlich mag. Und so ist dann auch „Within You Without You“ vom ’67er „Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band“ Album das Intro, welches aus den Lautsprechern erklingt, als die Band bereits auf der Bühne steht.

Dann geht’s los mit „Luzia“, allerdings nicht bevor Sänger Marco Michael Wanda über den Mikrofonständer meckert („Was is’n des für’n scheiß G’lumpert da?“). Danach begrüßt Marco die Menge mit „Unsere Lieblingshalle, unsere Lieblingsstadt“ und ändert im folgenden „Schickt mir die Post“ die Zeile „Kein Haus am Land für mich, ohje“ in „Wanda in München, ohje“.

Von Anfang an singt das Publikum jeden Song nahezu vollständig mit. Sind die Titelpausen mal länger als 30 Sekunden, formiert sich sofort ein „1, 2, 3, 4, es ist so schön bei dir!“ Chor. Kein Zweifel, es ist schon eine große Wanda-Party im Saal während die Band auf der Bühne ihren Mix aus Rainhard Fendrich, den Puhdys und Falco präsentiert. Sozusagen die großen Vorbilder The Beatles in die Neuzeit und nach Österreich transformiert. So klingt das Schweinerock-Gitarren-Solo in „Bleib wo du warst“ noch schweine-rockiger als in Dagoberts vorherigem „Rede mit mir“ und Marius Müller-Westernhagen grüßt schmunzelnd nickend bei jedem Song.

Aber Wanda zeigen auch Haltung und Selbstreflexion. So z.B. mit ihrem Beitrag zur aktuellen Flüchtlingsdebatte mit dem interaktiven Zuschauer-Interlude „Amore. Für den, der zu Hause wartet. Amore. Für den, den ihr noch nicht kennt. Amore. Egal, was er denkt.“ vor dem Titel „Mona Lisa der Lobau“. Oder mit Marco Wandas Kommentar „Man kann uns nicht vorwerfen, dass wir die Intimität der kleinen Clubs verloren hätten. Wir spielen noch genau so scheiße wie vor zwei Jahren. Aber ihr seid noch genau so geil wie vor ein paar Monaten.“.

Während „Ich will Schnaps“ springt Marco dann ins Publikum und crowdsurft bis zur Bar ganz am Ende des Saals (gute 60-70 Meter), mit kurzem Zwischenstop am Merchandise-Stand. An der Bar nimmt er einen „Schnaps“ und lässt sich zurück tragen, während die Band instrumental weiter spielt. Allerdings zieht sich das Ganze und damit der Song etwas in die Länge. Das folgende „Bologna“ ist dann das Ende des Hauptteils.

Der erste Titel der Zugabe ist, ihr ahnt es schon, ein Beatles Cover, und zwar „A Hard Day’s Night“ vom gleichnamigen Album und Film. Den Abschluss der ersten Zugabe bildet dann das wiederholt geforderte „1, 2, 3, 4“, was aber improvisiert abgewandelt wird und auch etwas zu lang gerät. Nun suchen bereits die ersten Zuschauer den Ausgang auf. Als zweite Zugabe folgt Falcos „Out Of The Dark“, was nochmal ein kleines Highlight wird, gefolgt vom erneuten „Luzia“.

Damit haben die Massen nach zwei Stunden eine große, ausreichende Portion Wanda erhalten und Hunger auf mehr hat kaum noch einer. Wanda verabschieden sich mit „Mia san Wiener“ (in München auch gern als „Mia san mia“ verstanden) und beenden die Sause.

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