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Lemmy Kilmister (Credit UDR Music)

R.I.P. Lemmy Kilmister – Motörhead

Kurz vor Jahresschluss hat der Schnitter noch einmal zugeschlagen und eine Legende mit sich genommen. Lemmy Kilmister musste die Münze für den Fährmann aus der Tasche holen.

Seit 1975 Assoziation für das Rohe, Böse und Unkaputtbare im Musikbusiness, raste er mit seiner Höllenmaschine Motörhead unaufhörlich durch zig Alben und Tourneen, faszinierte mit seiner unnachahmlichen Art den Bass zu bedienen und bescherte mit „Ace Of Spades“ oder „Overkill“ Stücke für den Rock-Olymp. „No Sports“ außer Sex, Drogen, Jack Daniels, Totenkopfring und Spielautomaten waren Begrifflichkeiten, die man mit dem Mann unter dem Kavallerie-Hut verband, dabei immer gentlemen-like und mit hintergründigem Witz in der rauen Stimme.

Und laut war er. Nach meinem ersten Konzert (natürlich ohne Ohrstöpsel – wäre ja auch uncool gewesen) suchte ich drei Tage lang vergeblich nach dem Hubschrauber am Himmel, der meinen Kopf umkreiste, aber das Gefühl sich mit ihm in den Grenzbereich des physisch Machbaren zu begeben, war unbeschreiblich schön.

Angeschlagen war der Womanizer, der schon für Jimmy Hendrix Pillen kaufte und der Inbegriff von Sex & Drugs & Rock`n`Roll war, schon länger. Nach Implantierung eines Herzschrittmachers wollte die Dampframme zunächst nicht wieder richtig auf Touren kommen, Konzerte mussten abgebrochen, Auftritte verschoben werden.

Zuletzt schien Kilmister auf dem Weg der Besserung, sah zwar sichtlich mitgenommen aus, hatte seinen Zigarettenkonsum auf eine Schachtel pro Tag reduziert und trank zähneknirschend Diät-Limo. Er trat aber wieder auf, das Mikro immer noch über ihm und mit längeren Pausen zwischen den Stücken, aber er hatte Power zurück und brachte zusammen mit seiner Band das Album „Bad Magic“ auf den Markt.

Kurz nach seinem 70. Geburtstag am Heiligen Abend bekam Lemmy im Kreis seiner Familie die Krebsdiagnose, wenige Tage später war es vorbei. Langes Dahinsiechen wäre für einen Mann wie ihn auch nicht in Frage gekommen.

R.I.P. Lemmy, im Rockstar-Walhalla kann man sich sicher sein: leiser wird es dort auf keinen Fall!

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