Am Dienstag wurde beim Muffat Winterfest in München nicht gekleckert. Lichtdicht Booking und Muffatwerk präsentierten nämlich erstmals die Lichtdicht Night. Das Label, welches mittlerweile in Berlin ansässig ist, ist ja bekannt dafür, außergewöhnliche Bands mit guter und genreübergreifender Musik unter Vertrag zu nehmen. Das beste Beispiel ist hier natürlich Milky Chance, die mit ihrem Mix aus Indie und Elektronik nicht nur in Deutschland, sondern auch auf der ganzen Welt sehr erfolgreich sind. Doch auch die nächste Generation steht schon in den Startlöchern.

Das erste Highlight des Abends waren die Pentatones. Sie sind Pop-Musik in einer neuen Verkleidung. Und damit sind nicht die außergewöhnlichen Outfits der vier Musiker gemeint, sondern ihr Sound. Hausgemachte Electronica mit zarter Stimme und düsteren Beats ließen in eine eigene Klangwelt eintauchen, die man am liebsten gar nicht wieder verlassen wollte. Die außergewöhnliche Stimme von Delhia de France erreichte im Muffatwerk fast jeden und umhüllte die Halle in ein winterliches Gewand aus pulsierenden Beats und seichten Melodien. Der Sound von Pentatones erinnerte an den von Kollektiv Turmstraße, was dem einen oder anderen doch sehr vertraut vorkam.

Danach kamen Impala Ray auf die Bühne. Wenn man jemandem diese Band beschreiben möchte, dann könnte man auf Probleme stoßen. Die Musik von Rainer Gärtner und Band passt in kein Genre und das macht genau den Charme von Impala Ray aus. Bestehend aus Folk-Gitarre, Schlagzeug, Hackbrett und Tuba brachten sie ihren Bay Folk super auf die Bühne. Dank der nahen Verbindung zu München waren viele Fans vor Ort und machten dementsprechend gut mit. Songs wie „The Gambler“ oder „IO & I“ brachten sie gut rüber und lagen danach vielen Besuchern gut im Ohr. Dass man sich streckenweise so fühlte als wäre man auf einem Konzert von The Heat And The Heart, zeugte von den guten Arrangements und einer tollen Live-Qualität.

Kurz nach halb zwölf betraten dann Michi Spieler, Timothy Lush, Kerim Öke und Thomas Sedlacek, auch besser bekannt als Kytes, die Bühne. Man merkte den knappen 1.300 Besuchern die Vorfreude an. Obligatorisch begannen Kytes ihr Set mit „Future Kids“, das nicht nur beim Publikum, sondern auch bei Bassist Thomas Sedlacek, der dieses Lied auf dem Standtom begleitete, den Schweiß auf die Stirn trieb.

„Gerade ging es noch, aber die Aufregung steigt wieder.“, verriet uns Gitarrist Kerim Öke, kurz vor dem Auftritt, doch davon war nicht mehr viel zu sehen. Mit viel Charme und Energie spielten sie „Weekend Prince“ und „Two Of Us“ und machten deutlich, dass sie die aktuellen Lokalmatadoren in München sind. Viele Fans waren da, machten ordentlich Stimmung und brachten auch die Muffathalle langsam zum Schwitzen.

Bei “On The Run” brachen dann alle Dämme. Kaum jemand stand bei der aktuellen Singleauskopplung ruhig da, und auch die Textsicherheit beim Publikum erwies sich als sehr gut. Dass Sänger und Gitarrist Michi Spieler die tiefe E-Saite seines Instrumentes während des Konzertes wechselte, zeugte von der Intensität des Abends.

Ein besonderer Song war „Inner Cinema“, welcher gleich zweimal gespielt wurde, im Hauptteil sehr gefühlvoll und entspannt sowie als letzte Zugabe mit voller Energie und Leidenschaft. Dass danach minutenlang für weitere Songs geklatscht wurde, musste man niemandem erzählen. Kytes sind auf den ersten Blick eine unscheinbare Band, doch mit diesem Abend zeigten sie wie so oft erneut, dass ihnen alles zu Füßen liegen kann.

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