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Porches – Pool – Wasserbett-Flavour

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Weg von den Riffs, hin zu den Tasten. Aaron Maine alias Porches versteht sein Handwerk auch im Electronica-Bereich. Auf seinem Debüt-Nachfolger greift er jedenfalls nicht wie gewohnt zu den Saiten, sondern legt den Fokus ganz auf seidigen Synthie-Pop. Bemerkenswert ist dabei vor allem, wie souverän Porches auf „Pool“ den Spagat zwischen markanter Melodie und Minimalismus bewerkstelligt.

Porches präsentiert sein Projekt dabei mit leicht nostalgischer Note aber auch zeitgenössischen Referenzen. Während der Opener „Underwater“ noch leicht wehleidig die Beat-Machine anschmeisst und einen gefühlte zweieinhalb Dekaden zurückkatapultiert, wirkt der Bass in anderen Stücken wesentlich verfranster. So beispielsweise in „Braid“ dank viel Perkussion und Dub-Ansatz im Unterbau. Auf „Hour“ kann man hingegen einen modernen Einschub Deep House vernehmen.

Auf Gesamtlänge driftet „Pool“ leider ein wenig in die Belanglosigkeit. Zeitweilig klingt das einfach zu sehr nach gefilterter Bassmusik. Wesentlich ausdifferenzierter sind da jene Momente geraten, in denen Maine sich zwischen den Koordinaten Soft- und Dream-Pop bewegt und so nicht nur vereinzelt Reminiszenzen an den Synthie-Sammler Washed Out sowie den verträumten Sound von How To Dress Well und Tropics heraufbeschwört. Tracks wie „Even The Shadow“ oder „Mood“ verdeutlichen diese bassbetonte wie auch verschlafene Tendenz äußerst gelungen.

Die Adaption der Achtziger fiel bei Genre-Verwandten wie Blood Orange deutlich funkiger, aber eben auch kitschiger aus, was man „Pool“ nicht an einer Stelle vorwerfen kann. Explizit harmoniebedürftig ist der liebesleidende Aaron Maine aber trotzdem. „All I want and all I need is security“ gesteht er gegen Ende. Das kann man leider auch dem Album gelegentlich zum Vorwurf machen, das zu oft auf Nummer sicher geht. Dabei dürften vor allem die druckreichen Shoegaze-Gitarren, die sich in „Car“ eingeschlichen haben, sowie die plötzlichen Jazz-Improvisationen in „Shaver“ zu den kompositorischen Highlights des Albums zählen.

Weitere Wachmacher gibt es kaum, obwohl nicht nur im Titeltrack immer wieder gekonnt ein Clubkontext angedeutet wird, und die Beats in „Shape“ in bester Moderat-Tradition ordentlich knarzen und flirren. Generell ist aber die Phrase „Slow motion“ das Leitmotiv, die Porches im – leider unnötigen – Autotune im Titeltrack immer wieder vor sich her säuselt. Eine der wenigen Schwächemomente seiner unprätentiösen Stimme, die sich ansonsten elegant und kunstvoll auf einem mehr als bequemen Bett aus dezent blubbernden Beats auszudehnen und zu strecken weiß. Und wenn man darauf schon alleine liegen muss, hat man zumindest mehr Platz.

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