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Charlie Cunningham – Live in der Kulturkirche, Köln

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Die Kölner Kulturkirche hat schon – ganz im Sinne der kölschen Freundlichkeit – Künstler aus allen Musikrichtungen beherbergt. Tief im Stadtteil Nippes findet sich die mit Efeu berankte Konzert-Location, die direkt Assoziationen zu Zeiten des Kommunionsunterrichtes hervorruft. Und ja, die Auftritte des Briten Charlie Cunningham und seines lokalen Supports Hello Piedpiper mögen bei den angereisten Folk-Pilgern in der Tat Gefühle eines Gottesdienstes ausgelöst haben.

Ungewöhnlich gemütlich machen es sich die Besucher des ausverkauften Konzertes an einem verregneten Dienstag auf den gepolsterten Kirchenbänken. Es werden Allwetterjacken verstaut, man knutscht und starrt gebannt Richtung Altar.

Schon mit Beginn des Sets von Hello Piedpiper wird deutlich: dies ist ein Konzert für Menschen, die es ruhig mögen – und zwar sehr ruhig. Man vernimmt während der leisen Tönen des Kölners und seines Kollegen die knarzenden Bänke, die vorsichtigen Fußstapfen auf dem alten Fliesenboden. Mit sicherer Stimme und mit Hilfe eines Loop-Pedals bringt das Duo das Publikum in einen Mediationszustand, der wahrscheinlich nur für echte Liebhaber akustischer Musik erreichbar ist.

Nach kurzer Umbaupause – denn mehr als eine Gitarre muss hier wirklich nicht umgestöpselt werden – betritt der junge Brite Charlie Cunningham die Bühne. Bereits mit den ersten gekonnten Klängen auf seiner Konzertgitarre ist das Publikum in seinem Bann. Besonders die Flamenco-Elemente, die Cunningham geschickt in seine Musik zu inkorporieren weiß, sorgen für das Bewusstsein, dass dies kein gewöhnliches Folk-Konzert ist – als hätte die nicht-vorhandene Gesichtsbehaarung des Newcomers nicht schon ausreichend darauf hingewiesen.

Mit Songs wie „Breather“, der wie alle vorgetragene Songs seiner bisher veröffentlichen EPs „Outside Things“ und „Breather“ entstammen, bleibt Cunningham seinem gezeigten Stil treu und beweist, dass er live genau das kann, was er auch auf seinen bisherigen Aufnahmen präsentiert hat.

Während des rhythmischen Gitarrenspiels wiegt sich das Publikum der Kulturkirche leicht im Takt, einige auf den wenigen Stehplätzen lassen sich sogar zu einem Tänzchen hinreißen.

Cunninghams Präsenz – er sitzt auf einem simpel konstruierten Holz-Stuhl alleine mit seiner Gitarre auf der Bühne – erreicht trotz ihres Purismus auch die letzten Reihen der gebannten Kirche. Sollte jetzt ein Handy klingeln wird es richtig peinlich für den Betroffenen – den so voll Charlies Klang auch sein mag, so still ist auch sein Publikum – hier wird zugehört, nicht gequatscht.

Dieser Konzertabend in Köln wird den Liebhabern akustischer, simpler Musik sicher lange im Gedächtnis bleiben. Findet man doch in der vorgetragenen Musik eine Einfachheit, die in Zeiten von „mehr ist mehr“ vielen abhanden gekommen ist. Cunninghams reduzierte Arrangements zeugen von einem talentierten jungen Musiker, der – von spanischem Gitarrenspiel inspiriert – sicher das Zeug dazu hat, die sensiblen Folk-Herzen zum Schmelzen zu bringen.

So hinterlässt der Brite ein begeistertes Publikum, das mit einem wohligen Gefühl und warmen Gitarrenklängen im Ohr zurück nach Hause durch den Regen läuft und sich gedanklich schon Karten für das nächste Konzert bestellt.

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