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Kakkmaddafakka (Credit Believe Digital)

Wir wollen die Lieblingsband der Leute sein – Kakkmaddafakka im Interview

Stünde irgendwann einmal die Auszeichnung für den beklopptesten Bandnamen der Neuzeit ins Haus, würden sich sechs Norweger sicherlich schon vorab genüsslich die Hände reiben. Die Rede ist von Axel Vindenes, Pål Vindenes, Stian Sævig, Kristoffer van der Pas, Sebastian Emin Kittelsen und Lars Helmik Raaheim-Olsen. Das Sextett aus Bergen zieht nämlich nun schon seit über zehn Jahren unter dem Band-Banner Kakkmaddafakka durch die Clubs dieser Welt. Wer sich so nennt, der macht natürlich auch keine gängige Musik. Soll heißen: Kakkmaddafakka scheren sich einen feuchten Kehricht um standardisierte Konventionen. Wenn die Nordlichter die Bühne betreten, dann schälen sich skurrile Sounds aus den Bereichen Pop, Rock, Disco und Rap durch die Boxen. Drei Alben haben die Norweger bereits auf der Habenseite. Und das vierte Studiowerk namens „KMF“ ist seit heute auch schon da. Wir trafen uns mit Sänger Axel in Berlin und plauderten über volle Akkus, das beste Album der Bandgeschichte und zertrümmerte Hotelzimmer.

MusikBlog: Axel, im Rahmen eurer Promo-Tour für euer neues Album „KMF“, habt ihr im Oktober in Berlin ein Konzert gegeben. Allerdings nicht nur einmal, sondern gleich zweimal an dem Abend. Wie kam’s?

Axel Vindenes: Wir hatten zunächst nur eine kleine Show geplant. Die war aber dann plötzlich im Handumdrehen ausverkauft. Da haben wir uns dann gedacht: Wenn wir schon einmal in der Stadt sind, dann können wir ne Stunde später auch noch ein zweites Konzert geben. Wir wollen ja niemanden vor der Tür stehen lassen. (lacht)

MusikBlog: Macht ihr so etwas öfters?

Axel Vindenes: Die Regel ist es nicht. Aber es kommt schon mal vor. Ich meine, wir haben auch schon lange nicht mehr in Berlin gespielt. Da kann man auch mal mit ’nem Nachschlag um die Ecke kommen.

MusikBlog: Wie fühlen sich Vollprofis denn mit einem neuen Album im Gepäck? Business as usual? Oder kribbelt’s noch?

Axel Vindenes: Es kratzt und juckt überall. Aber das hat wohl eher mit anderen Umständen zu tun. (lacht) Für uns ist die Veröffentlichung eines neuen Albums immer etwas Besonderes. Das neue Album ist schließlich immer das Beste, ganz klar. Das ist auch diesmal der Fall. „KMF“ klingt großartig. Wir sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Die Leute werden es lieben.

MusikBlog: Was macht dich da so sicher?

Axel Vindenes: Es würde einfach keinen Sinn machen, mich jetzt hier hin zu setzen und zu sagen, dass das neue Album nicht ganz so toll ist, wie sein Vorgänger. Das wäre doch blöd, oder? Aber im Ernst: Es ist wirklich ein großartiges Album. Hast du schon mal reingehört?

MusikBlog: Selbstverständlich. Und ich muss gestehen: Es gefällt mir.

Axel Vindenes: Sag ich doch. Aber…Es gefällt dir nur? Du findest es nicht großartig?

MusikBlog: Es gefällt mir. Ich hab’s nicht so mit Superlativen. Aber es klingt wirklich gut. Ihr habt das Tempo ein bisschen angezogen. Alles klingt ein bisschen 80s-lastiger. Und ihr lasst euch kategorisch immer noch nicht einfangen. Das imponiert mir.

Axel Vindenes: Ja, so sind wir. Immer auf dem Sprung. (lacht) Das mit den Einflüssen hast du gut herausgehört. Wir haben in der Vergangenheit viel Springsteen und The Cure gehört. Diese Sounds haben uns sehr inspiriert. Und ich denke, dass sie auch gut zu uns passen.

MusikBlog: Absolut. Bergen wird wieder stolz auf euch sein.

Axel Vindenes: Das hoffe ich doch. (lacht) Wir sind und bleiben Kinder unserer Heimat. Bergen bedeutet für uns alles. Hier sind wir aufgewachsen. Hier haben wir uns als Band gefunden. Und hier werden wir auch irgendwann einmal den Deckel draufmachen. Das steht jetzt schon fest. Bis dahin haben wir aber noch viel vor.

MusikBlog: Machen, machen, machen?

Axel Vindenes: Genau. Wir sind keine Band, die sich ausruht. Wir können nicht einfach so die Füße hochlegen. Das entspricht nicht unserem Naturell. Wir müssen auf Achse sein. Das ist unser Leben. Das war schon immer so. Und das wird auch so bleiben.

MusikBlog: Vieles bleibt. Aber es gibt auch Dinge, die sich ändern. Auch im Kakkmaddafakka-Universum. Stichwort: Kakkmaddachoir.

Axel Vindenes: Nun, die Evolution kann man nicht aufhalten. Auch wir blicken nach vorne. Der Chor wird in unseren Erinnerungen immer ein Bestandteil der Kakk-Familie bleiben. Wir haben uns dazu entschlossen neue Wege zu gehen. Das betrifft ja nicht nur den Chor. Wir haben jetzt auch einen neuen Pianisten an Bord. Das große Ganze ist also ständig in Bewegung. Das ist wichtig. Wichtig für die Band. Und auch wichtig für die Musik.

MusikBlog: Es wird viele Fans geben, die den Chor vermissen werden.

Axel Vindenes: Mag sein. Aber man muss die Zeichen der Zeit erkennen. Wir alle haben uns entwickelt. Wir sind reifer und erwachsener geworden. Und Veränderungen sind wichtig. So bleibt es spannend und interessant.

MusikBlog: Gibt es etwas Spannenderes als ein Kakkmaddafakka-Mitglied zu sein?

Axel Vindenes: Nein, gibt es nicht. Wir sind der fleischgewordene Traum eines jeden, der eine richtige Band gründen will. Wir sind noch eine richtige Band. Es gibt nicht mehr viele Bands da draußen, die das Ganze so anpacken wie wir. Wenn die Leute zu unseren Shows kommen, dann gehen sie mit großen Augen und einem Lächeln wieder nach Hause. Wir liefern ab. Und wir schlagen auch schon mal über die Stränge. Letztes Jahr waren wir beispielsweise in Stuttgart. Dort haben wir nach dem Gig unser Hotelzimmer verwüstet. So haben das Bands früher gemacht. Das gehört dazu. Wir ticken auch mal gerne aus. Wir halten uns nicht an Regeln. Zumindest nicht immer. Es darf natürlich niemand verletzt werden. Aber ein bisschen Krach muss schon mal sein. Wir wollen ja nicht irgendeine Band sein. Wir wollen die Lieblingsband der Leute sein, ganz oben auf der Liste stehen und Spuren hinterlassen. Hallo? Wir heißen nicht umsonst Kakkmaddafakka!

MusikBlog: Vielen Dank für das Interview.

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