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Ich habe mich gefühlt wie ein Pilot auf dem Weg ins All – Pantha Du Prince im Interview

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Hendrik Weber zupfte einst den Bass bei der Hamburger Band Stella. Das ist nun schon fast zwei Jahrzehnte her. Danach sattelte er um. Elektronische Klänge übernahmen das Ruder. Heute ist er ein fester Bestandteil der hiesigen E-Musik-Szene. Unter dem Pseudonym Pantha Du Prince veröffentlicht Hendrik Weber dieser Tage sein sechstes Soloalbum „The Triad„. Wir trafen den 40-jährigen Soundphilosophen in Berlin zum Gespräch und plauderten über spannende Dreier-Konstellationen, Begleitmusik und beeindruckende Instrumente.

MusikBlog: Hendrik, dein sechstes Studioalbum „The Triad“ steht in den Startlöchern. Just another record? Oder verbindest du mehr mit dem neuen Album?

Hendrik Weber: Ich denke schon, dass sich das neue Album von den Vorgängern abgrenzt. Für mich persönlich war die Produktion eine ganz besondere Erfahrung. Ich habe viele neue Prozesse zugelassen. Und es waren auch ganz bestimmte Menschen involviert. Sicher, ein neues Album ist auch Teil des Jobs. Aber diesmal ist die Anspannung schon etwas größer.

MusikBlog: Inwiefern? Wie fühlst du dich, so kurz vor der Veröffentlichung?

Hendrik Weber: Hochschwanger. (lacht)

MusikBlog: Aber es läuft alles nach Plan?

Hendrik Weber: Grundsätzlich schon. Ich befinde mich gerade in der Phase, in der ich mich hauptsächlich mit dem beschäftige, was danach auf mich zukommt. Das ist eine sehr intensive Zeit. Da ist ganz viel Anspannung präsent. Aber natürlich auch Vorfreude. Wie fühlt sich das Endprodukt in den Händen an? Wie werden die Leute auf das Geschaffene reagieren? Die Fragezeichen häufen sich. Aber ich freue mich auf das, was kommt. Es ist ein schönes Gefühl.

MusikBlog: Du sprachst von einer besonderen Produktion. Erzähl doch mal.

Hendrik Weber: Das Album ist in verschiedenen Konstellationen entstanden. Wir haben immer in Dreier-Gruppen gearbeitet. Diese neue Form des Ausarbeitens hat natürlich auch neue Ergebnisse zu Tage gefördert. Mir ging es in erster Linie um eine neue Form der sozialen Interaktion. Das war eine unheimlich spannende Erfahrung für alle Beteiligten.

MusikBlog: Mit an Bord waren Joachim Schütz, Stephan Abry, Scott Mou, Bendik Hovik Kjeldsberg, Kassian Troyer und Thilo Kuhn. Wusste jeder, für was er engagiert wurde? Oder haben alle einen künstlerischen Freifahrtschein erhalten?

Hendrik Weber: Die Basis war zum Großteil schon vorhanden. Aber auch nicht bei allen Konstellationen. Es gab auch Phasen, in denen jeder Beteiligte nur ein weißes Blatt Papier vor sich hatte. Es ging einfach darum, zu gucken, inwieweit sich die Künstler der jeweiligen Dreier-Konstellationen aufeinander einlassen. Das war das eigentlich Spannende an der Produktion.

MusikBlog: So nach dem Motto: Gucken wir doch einfach mal, was am Ende dabei rauskommt?

Hendrik Weber: So in etwa. (lacht) Wie gesagt, das Fundament war schon in meinem Kopf vorhanden. Aber jeder Einzelne sollte noch etwas Unerwartetes mit einbringen. Das war mein Ziel. Und das funktionierte super. Scott Mou beispielsweise… Der hatte vorher noch nichts gehört. Keinen einzigen Ton. Dann kam er zur Tür rein, stellte sich ans Mikrofon und sang seine Parts ein, als hätte er an der Musik mitgeschrieben. Das war einer dieser besonderen Momente, die ich mir erhofft hatte. Und es gab viele solcher Momente.

MusikBlog: „The Triad“ präsentiert sich unglaublich komplex und facettenreich. Ich brauchte mehrere Anläufe, um alles zu erfassen. Du hingegen sprichst im Pressetext von der perfekten „Begleitmusik“.

Hendrik Weber: Das stimmt. Ich höre die Platte am liebsten nebenbei.

MusikBlog: Das klingt aus deinem Munde wie eine Adelung. Ich hingegen verbinde den Begriff „Begleitmusik“ immer mit Supermarkteinkäufen, Wartezimmeraufenthalten und Aufzugfahrten.

Hendrik Weber: Definitiv Dinge, die zum Leben dazugehören, oder nicht? (lacht)

MusikBlog: Auf jeden Fall. Es geht dir also um eine bewusste Frischzellenkur?

Hendrik Weber: Nun, so würde ich es vielleicht nicht formulieren. Aber es ist doch so: Auch die Musik im Supermarkt hat seine Daseinsberechtigung. Und ich stimme dir zu, wenn du sagst, dass beim Einkaufen normalerweise nur Ballast im Hintergrund läuft. Das kann man aber auch ändern. Ich fände es schön, wenn ich mein Album im Aufzug oder irgendwo an der Kasse hören würde.

Aber im Ernst: Begleitmusik ist ja nicht gleich Begleitmusik. Man kann Musik auch fokussiert wahrnehmen und genießen, ohne dass man sich dafür zwingend mit Kopfhörern in ein stilles Kämmerlein verabschieden muss. Ich habe da jedenfalls kein Problem damit. Ich meine, wann hört man während eines Einkaufs schon mal die Sounds eines alten analogen EMS-Synthesizers? Das hätte schon was.

MusikBlog: Ein faszinierendes Instrument.

Hendrik Weber: In der Tat. Dieses Gerät ist wie ein Raumschiff. Es ist riesig. Und überall gibt’s Regler und Knöpfe. Der Wahnsinn für jeden Soundtüftler. Ich habe mich manchmal gefühlt wie ein Pilot auf dem Weg ins All. Man ist förmlich gefangen in einer Welt, in der es nur um Sounds geht. Und da entstehen teilweise Klänge, die man so noch nie wahrgenommen hat. Das war schon faszinierend. Ich meine, im Grunde ist es doch so, dass das Instrument den Musiker mit auf eine Reise nimmt – und nicht umgekehrt. Man muss es einfach nur zulassen. Wenn man sich als Künstler nicht so wichtig nimmt und die Instrumente einfach machen lässt, dann kommt man am Ende zu einem Ergebnis, das jede Vorstellungskraft sprengt. Wie gesagt, man muss es einfach nur zulassen.

MusikBlog: Der Musiker als stiller Begleiter.

Hendrik Weber: Genau. Und ich begleite gerne. (lacht)

MusikBlog: Vielen Dank für das Interview.

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