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Lost Under Heaven – Spiritual Songs For Lovers To Sing

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Vergänglichkeit gehört auch in der Indie-Welt zum Tagesgeschäft, viele Bands verglühen dort so schnell wie die Sternchen am Mainstream-Himmel. Was auch ein bisschen damit zu tun hat, dass die dort handelnden Akteure oft mit einer gewissen Kauzigkeit ihre Vorstellung von künstlerischer Freiheit ausleben. So hat Sänger Ellery Roberts die 2011er Genre-Sensation WO LYF kurzerhand im Folgejahr aufgelöst, ohne die anderen Bandmitglieder davon in Kenntnis zu setzen.

Das war natürlich sehr schade, stach ihr Debut „Go Tell Fire To The Mountain“ mit lodernder Intensität und dem markanten Gesang doch deutlich aus der Masse heraus. Zumindest Roberts hat sich auf der musikalischen Bühne gehalten und zusammen mit Ebony Hoorn seit zwei Jahren ein neues Projekt am Start.

Lost Under Heaven oder kurz LUH nennt sich das auch privat liierte Paar mit dem Heimathafen Amsterdam und bringt mit „Spiritual Songs For Lovers To Sing“ eine der bisher beeindruckendsten Platten des Musikjahres auf den Markt.

Dass man als gemischtes Doppel ordentlich Druck entwickeln kann, weiß man nicht erst seit den Blood Red Shoes oder den White Stripes. Lebten diese beiden Duos in ihrem Schaffen von der Kraft von Gitarre und Schlagzeug, stellen LUH ihren Sound breiter auf.

Zwischen jeder Menge prickelnder Elektronik brummen die Post-Rock Saiten, gibt es schwelgerische Keyboard-Sätze neben Akustik-Einlagen, Streicher neben schweren Getrommel. Das klingt manchmal wie The Naked And Famous auf „Passive Me, Aggressive You“, meistens jedoch wie eine Achterbahnfahrt durch ein Labyrinth purer Emotionen.

Richtig interessant wird das Ganze durch die Stimmen der Protagonisten. Die spielen sich die Vocals zu wie beim Ping-Pong, bilden wie die Bilder des umschlungenen Paares, welches optisch im Zusammenhang mit der Band immer wieder auftauchen, eine Einheit.

Dabei schafft es Hoorn, ihren Gesangs-Parts die gleiche Personality einzuhauchen wie es das Reibeisen-Organ vom wütenden Crooner Roberts entwickelt, scheint ihn mit ihrem Gegenpart vor dem Abgleiten ins Bodenlose des wallenden Hall-Nebel zu bewahren, das Aggressive in seinen Tönen im Zaum zu halten.

Man singt im Opener „I&I“ vom die Dunkelheit durchbrechenden Tageslicht oder vom Willen zum Aufbruch, der den Schmerz des Loslassens in „Here Our Moment Ends“ vergessen macht. Die Vorträge sind so leidenschaftlich, dass selbst ein„Shalala“ mit Herzblut geschrieben scheint. Man glaubt, der stoische Pseudo-Techno am Ende von „$oro“ hat die Aufgabe, die Musik ins Ohr zu nageln.

Mit dem melodramatischen „Unites“, der Milde von „Someday Come“, dem Manischen in „First Eye To The New Sky“, der Romantik von „Loyalty“ und dem Verzweifelten des „Future Blues“ gelingt LUH mit „Spiritual Songs For Lovers To Sing“ ein Traumstart. Und eine Platte, die im Jahresrückblick eine nennenswerte Rolle spielen dürfte.

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