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Das klingt, als könnten wir fliegen – Minor Victories im Interview

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Supergroups sind für viele Musikliebhaber das ultimative Salz in der Klangsuppe. Mitunter auch zu recht. Man denke nur an Kollektivperlen wie Temple Of The Dog, Me First And The Gimme Gimmes, Velvet Revolver oder Audioslave. Erst vor wenigen Tagen debütierten Mitglieder von Rage Against The Machine, Public Enemy und Cypress Hill alias Prophets Of Rage. Auch ’ne große Nummer.

Mit den Minor Victories geht nun eine weitere Band an den Start, deren Mitglieder allesamt schon einiges auf dem Kerbholz haben. Mit dabei: Rachel Goswell von Slowdive und Stuart Braithwaite von Mogwai, sowie Editors-Gitarrist Justin Lockey und sein Bruder James. Klingt spannend? Ist es auch. Wir trafen uns mit Rachel, Stuart und Justin kurz vor der Veröffentlichung des selbstbetitelten Minor Victories-Debüts in Berlin zum Interview und plauderten über das Supergroup-Phänomen, tiefenentspanntes Arbeiten und künstlerische Freiheiten.

MusikBlog: Hi, Supergroups gibt oder gab es schon so einige. Was macht euch zu einem besonderen Gemeinschaftsexemplar?

Rachel Goswell: Wir sehen uns eigentlich nicht als Supergroup. Ich finde den Begriff auch sehr seltsam. Das klingt, als könnten die Mitglieder fliegen, Häuser in die Luft stemmen und sich unsichtbar machen.

Stuart Braithwaite: Yeah, echte Superhelden! Aber: Wir sind keine Superhelden. Wir sind nur vier Musikverrückte, die mal Lust hatten, gemeinsame Sache zu machen.

MusikBlog: Mal?

Stuart Braithwaite: Nun…Ein Schritt nach dem anderen. Wir werden sehen, wohin das alles führt. Jetzt haben wir erst einmal ein Album eingespielt.

MusikBlog: Das gute Stück ist selbstbetitelt und präsentiert sich alles andere als massenkompatibel. War aber bei dem Line Up auch nicht anders zu erwarten, oder?

Rachel Goswell: Naja, wir hätten auch zarten Pop machen können. (lacht) Aber dazu hatten wir keine Lust. Wir haben versucht, die besten Parts aus jeder Band, die in irgendeiner Form in das Projekt involviert ist, zusammenzufügen. Das war das Fundament. Alles andere hat sich dann so ergeben.

MusikBlog: Mir kam zu Ohren, dass Justin eigentlich nur eine neue Noise-EP aufnehmen wollte.

Justin Lockey: Ja, das stimmt. Ich habe Rachel irgendwann vor zwei Jahren erstmals wegen einer Zusammenarbeit kontaktiert. Sie war gleich Feuer und Flamme. Allerdings hatte sie zu diesem Zeitpunkt noch unheimlich viel mit Slowdive um die Ohren. Also gingen wir die Sache ganz ruhig an. Der erste Song war, glaube ich, „Out To Sea“. Den schickte ich ihr rüber. Wir haben den Track dann via Mail zusammengebastelt. Das klappte ziemlich gut. Danach schickten wir uns weitere Ideen gegenseitig zu. So fing das alles an.

MusikBlog: Wann kamen Stuart und James dazu?

Justin Lockey: James ist ja mein Bruder. Es lag also nahe, ihn irgendwie mit einzubeziehen. Er kann nämlich ziemlich gut Bass und Schlagzeug spielen. Stuart wurde dann von Rachel angeheuert.

Rachel Goswell: Ich kannte Stuart schon von vielen Festivals. Wir sind uns immer mal wieder über den Weg gelaufen. Und als wir noch einen Gitarristen brauchten, dachte ich sofort an ihn. Er war meine erste Wahl. Und ich bin happy, dass er dabei ist.

MusikBlog: Stuart, bist du auch „happy“?

Stuart Braithwaite: Total. Ich fühle mich innerhalb dieser Gemeinschaft unheimlich wohl. Wir arbeiten sehr entspannt zusammen. Keiner macht dem anderen Druck. Alle ziehen an einem Strang. Und auch von außen gibt es keine Erwartungshaltung. Ich meine, wie auch? Wir haben das ganze Projekt ja eher unter dem Radar laufen lassen.

MusikBlog: Bewusst?

Stuart Braithwaite: Ja. Wir wollten keinen großen Rummel. Wir wollten einfach nur Musik machen.

MusikBlog: In euren Hauptbands habt ihr alle eure künstlerischen Territorien, in denen ihr die Verantwortung übernehmt. Wie sieht die Aufteilung innerhalb des Minor Victories-Universums aus?

Rachel Goswell: Wir sind da nicht festgelegt. Das macht es ja so spannend. Im Grunde kann sich hier jeder einzelne nach Lust und Laune musikalisch austoben. Es muss halt am Ende nur passen. Stuart hat beispielsweise auch einige Drum-Tracks aufgenommen. James ebenso. Dann haben auch noch Mark Kozelek von Sun Kil Moon und James Graham von Twilight Sad mitgemacht. Wir sind wirklich offen für alles. Das macht dieses Projekt aus. Es gibt keine Regeln. Alles ist erlaubt.

MusikBlog: Mittlerweile könnt ihr ihr euch vor Live-Anfragen kaum mehr retten. Es stehen bereits jede Menge Europadaten fest. Ihr werdet auch in den Staaten spielen. Scheint so, als habt ihr mit Minor Victories mehr vor, als nur den Moment zu genießen. Kommt da noch mehr?

Stuart Braithwaite: Also ich hätte Lust. (lacht)

Rachel Goswell: Ich auch. (lacht) Justin?

Justin Lockey: Wir haben jetzt schon so viel Herzblut und Leidenschaft in das Projekt reingesteckt. Ich denke schon, dass wir uns einfach weiter treiben lassen werden. Natürlich müssen wir auch gucken, wie es mit den anderen Bands weitergeht. Aber immer dann, wenn Luft ist, werden wir uns an die entspannte Produktionszeit dieses Albums zurück erinnern. Dann werden die Finger schon wieder jucken. Da bin ich mir sehr sicher.

MusikBlog: Schöne Aussichten.

Justin Lockey: Auf jeden Fall. Jetzt freuen wir uns aber erst einmal auf die Veröffentlichung des Albums und auf die Reaktion der Leute. Und danach geht’s live zur Sache. Das wird auch spannend.

MusikBlog: Vielen Dank für das Interview.

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