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Half Moon Run – Live im Substage, Karlsruhe

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Damit haben sie nicht wirklich gerechnet. Nach der einen Zugabe in Form von „Full Circle“ gehen Half Moon Run von der Bühne, der Mann am Mischpult schiebt sachte die Regler seines Ipods hoch und das Licht im Substage zeigt gen Ausgang. Das Konzert ist hier eigentlich zu Ende. Doch das Publikum klatscht sich unaufhörlich die Hände wund, beginnt zu pfeifen, zu stampfen und holt sich damit das Quartett entgegen dem Ablaufplan zurück.

Eine Gitarre, eine Mundharmonika und vier Stimmen vereinen sich dann am Bühnenrand um ein einziges Mikrofon, um dem Konzert ein betörendes, akustisches Finale zu spendieren. „Das haben wir nicht erwartet“ gesteht Frontmann Devon Protielje sichtlich gerührt, bevor er und seine drei Mitstreiter sich tatsächlich in den wohlverdienten Feierabend verabschieden.

Und dabei beginnt die Beziehung zwischen Band und Publikum eigentlich etwas zäh. Sicher, der Sound ist von Beginn an brillant, die vier Multiinstrumentalisten tadellos in ihrem Handwerk und das simple, aber stimmige Lichtkonzept äußerst überzeugend.

Half Moon Run starten allerdings mit einer Handvoll Songs des neuen Albums „Suns Leads Me On“, das deutlich geradliniger und deshalb auch etwas unspektakulärer ausgefiel als das zauberhafte Debüt „Dark Eyes“.

Doch spätestens als mit „Call Me In The Afternoon“ der erste große Song von „Dark Eyes“ ertönt, weicht das letzte bisschen Apathie aus den Knochen, und die rund 350 Besucher im Karlsruher Substage finden ihren Bewegungsdrang. Ob Pärchen aus höheren Hochschulsemestern oder liierte Frührentner, überall wippen Knie.

Erst recht beim darauffolgenden „Drug You“ – eines der beeindruckendsten Stücke des Abends. Devon Protielje klöppelt auf einer Standtom in Eintracht mit seinen beiden Perkussionisten die vielen vertikalen LED-Lichterketten zum Höhepunkt. Sein Gesang ist dabei durchweg einnehmend, sein Falsett zum Niederknien.

Generell ist jeder einzelne in dieser Band ein Überzeugungstäter, erst recht, wenn mit den vielfältigen Fähigkeiten die wollige Folkkomfortzone verlassen wird und die hallend andächtige Atmosphäre Richtung Ektase steuert.

In „She Wants To Know“ gelingt das einmal mehr prächtig. Es beschleichen einen dann unweigerlich Assoziationen zu Band Of Horses, wenngleich Half Moon Run immer einen Deut filigraner agieren, als Ben Bridwell und seine Mannen aus Seattle.

Im Februar waren die Kanadier bereits auf hiesigen Bühnen zu Gast. Bei der jetzigen Tour bleibt Karlsruhe die einzige Clubstation. Davon abgesehen, stehen hierzulande lediglich Festivalshows auf dem Programm. Man kann der feierwütigen Openair-Meute nur wärmsten empfehlen, sich diese Gelegenheit nicht entgehen zu lassen. Eine ausgefuchstere und progressivere Folk-Show sucht man gegenwärtig vergeblich.

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