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Daughter – Live im Täubchenthal, Leipzig

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Grau war er, dieser 9. Oktober in Leipzig. Wer angesichts des Wetters in frühherbstliche Melancholie verfiel, konnte dieser Stimmung am Abend im Täubchenthal den passenden musikalischen Rahmen geben. Tatsache ist jedoch, dass Daughter auch bei 35 Grad im Schatten den Vorzeigeclub im Westen der Stadt ausverkauft hätten.

Zu Recht, hat doch die Schönheit der Musik der Londoner Band nicht erst seit der aktuellen Platte „Not To Disappear“ viele Herzen erobert. Ihr Mix aus Minimal-Pop, Folk und Ambient in Kombination mit den besungenen Themen zwischen Sinn- und Orientierungssuche im auseinanderdriftenden Weltgefüge, scheint besonders Heranwachsende anzusprechen.

Deren Population befand sich an diesen Abend eindeutig in der Überzahl. Leider ist bei vielen jungen Menschen das Wachstum noch nicht abgeschlossen, so dass für viele Besucherinnen in den hinteren Reihen die passende Bühnenbeleuchtung unsichtbar blieb und sich das Konzert für sie ausschließlich auf akustischer Ebene abspielte.

Acht Uhr erschienen dann Elena Tonra, Igor Haefeli und Remi Aguilella samt Tourbegleitung auf der Bühne und starteten mit „How“ ihr Set. Sie holten das willige Publikum zu einer Traumreise zwischen Twin Peaks Soundtrack und romantischer Ergriffenheit ab, spätestens ab „Numbers“ war allen Anwesenden klar, dass hier gerade eines der atmosphärisch schönsten Täubchenthal-Konzerte des Jahres stattfindet.

Die Musiker liesen leidenschaftlich ihre Musik sprechen, die Songs waren energetischer arrangiert als die Studioaufnahmen. Wenn auch hier und da der Bass etwas arg übersteuerte und man sich bei all dem Hall und sonstigen Effekten fragte, ob Stücke in einer Akustik-Session ebenso überzeugen könnten, machten Daughters Soundscapes der Tradition von 4AD alle Ehre.

Die, falls man es als solche bezeichnen kann, Kommunikation mit dem Publikum übernahm bei der Leipzig-Premiere Igor. „You are so quiet“ bemerkte er und tatsächlich war es so, dass, wenn kein Ton angeschlagen wurde und seine (Lebens-) Partnerin gegenüber Luft holte, man die berühmte Stecknadel hätte fallen hören können.

Die zu Beginn eher schüchterne Sängerin glich mit ihrer Anmut der Ballerina in einer Schneekugel, das Auditorium klebte an ihren Lippen und folgte ihrer fesselnden glasklaren Stimme.

In Momenten wiederholt gebremster Diesseitigkeit in Moll, währenddessen man sich auf einem The XX Konzert wähnte, also den Raum getrost für 15 Minuten verlassen und bei Rückkehr trotzdem an derselben Stelle wieder einsteigen konnte, nahmen Daughter Fahrt auf, lösten den Fuß akzentuiert von der Bremse, und es entwickelte sich ordentlich Druck inklusive quietschender Gitarre, z.B. während „Human“ oder „Youth“.

Je länger der Auftritt, desto mehr löste sich auch bei Elena Tonra die Spannung, sie erzählte von den zuvor verkosteten besten Kartoffeln ihres Lebens, probierte Guitar-Hero Posen und kicherte mädchenhaft den Umstand ihres verstimmten Instrumentes beiseite.

Am Ende haben sich die vier kreuz und quer durch das zur Verfügung stehendes Material aus „If You Leave“ und dem aktuellen Album gespielt. Nach artiger Verabschiedung kommen sie frenetisch gefordert postwendend zurück, schließlich fehlte mit „Fossa“ noch ein Highlight vom letzten Tonträger.

Mit dessen Eindruck ging es bereits gegen halb zehn auf den kalten Heimweg. Der wärmende Effekt der letzten eineinhalb Stunden würde bis weit über das Erreichen der eigenen Haustür hinausgehen.

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