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Tindersticks – Live im Felsenkeller, Leipzig

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Das Wetter bildete am gestrigen Montag den passenden Rahmen: nasskalt und trübe ging es durch den Tag. Wem es dabei wehmütig um das Herz wurde, der konnte am Abend das Konzert einer Band besuchen, die die hohe Kunst vertonter Melancholie beherrscht wie kaum eine Zweite: Die Tindersticks machten auf ihrer „The Waiting Room“ Tour Station im Leipziger Felsenkeller.

Dass sich Stuart A. Staples und seine Kollegen in 25 Jahren und nach zehn Studio-Alben eine riesige Fangemeinde erspielt haben, ist bekannt, entsprechend gut besucht bis ausverkauft sind in der Regel ihre Konzerte. Nicht so in Leipzig. Nur zu zwei Dritteln füllte sich die Spielstätte im Westen der Stadt.

Für die, die im bestuhlten Auditorium vom schön restaurierten, ehemaligen Ballsaal Platz genommen hatten, begann der Abend mit dem Amor Belhorn Duo. Mit Calexico Querverweis in der Vita wärmten die beiden mit staubtrockenen Stücken zwischen Kammerspiel und Ennio Morricone auf. Thomas Belhorn unterstrich im filigranen Umgang mit diversen Schlagwerken, warum er Staples Solo-Werke eintrommelte.

Als der Tindersticks Mastermind mit seinen Ur-Begleitern Neil Fraser und David Boulter sowie den zuletzt zur Band gestoßenen Dan Mckinna und Earl Harvin punkt neun die Bühne betrat und eine behutsame Akustik-Version von Peggy Lees „Johnny Guitar“ anstimmte, füllte sich der Raum mit einer würdevollen Aura, die an neblige englische Grafschaften und dunkles Holz in dortigen Herrenhäusern erinnerte.

Das Gerüst des Sets bestand überwiegend aus den Stücken von „The Waiting Room“, gefolgt von größeren Beiträgen aus dessen beiden Vorgängern. Punktuell streuten die fünf ihre Großtaten früherer Tage ins Programm: So folgte nach „Keep You Beautiful“, „Second Chance Man“ und „Were We Once Lovers?“ zeitig der „Sleepy Song“, Rausschmeißer vom 1995er, selbstbetitelten Album, welches die Band in die Premier-League der englischen Popmusik beförderte.

Das mehrheitlich mit den Protagonisten gereifte Publikum begleitete andächtig den in meisterlicher Dramaturgie erzeugten Spannungsbogen der bittersüßen Melodramen. Es war während der Songs so mucksmäuschenstill, dass jede umfallende Flasche eine schmerzhafte Dissonanz auslöste.

Besonders beeindruckten die Tindersticks in jenen Stücken, in denen sich die Band für ihre Verhältnisse gehen lässt, wenn der Drummer Harvin den Rest der Mannschaft in ausufernde Finale treibt oder Staples jenseits vom Protokoll etwas schroffer in die Saiten greift.

So formidabel alle fünf Musiker für sich, so zentral war die Präsenz von Staples auf der Bühne. Sei es beim als Lullaby für Erwachsen vorgetragenen „Hey Lucinda“, als Storyteller während „How He Entered“ oder bei dem als Oratorium vorgetragenen Titelstück der aktuellen Platte: Staples flutete den Raum gänzlich mit seiner Stimme.

Lange Ansagen und sonstiges Entertainment brauchte er nicht, es waren die kleinen Gesten, die ihn und Publikum vereinen, etwa die kurze Armbewegung beim Refrain von „We Are Dreamers!“, mit denen er sich bei den Besuchern für das Kommen bedankte.

„Sometimes It Hurts“- gab es kurz vor Ultimo. Das einzige, was an diesem Abend jedoch schmerzte, war das Konzertende.

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