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Clipping. (Credit Mauricio Quiñones/MusikBlog)
Clipping. (Credit Mauricio Quiñones/MusikBlog)
Clipping. (Credit Mauricio Quiñones/MusikBlog)

Clipping. – Live im Cassiopeia, Berlin

Läuft bei Daveed Diggs. Wer ihn googelt, kann sich seine Talk-Show-Auftritte bei Kimmel oder Fallon reinziehen. Der Grammy- und Tony-Award-ausgezeichnete „Hamilton“-Star wird den Broadway nicht mehr nötig haben in Zukunft.

Umso bemerkenswerter, dass Diggs nicht nur mit seinem ollen Experimental-Hip-Hop-Trio Clipping. eine EP und ein Album in diesem, für ihn, Überflieger-Jahr aufgenommen und veröffentlicht hat, sondern damit auch noch fleißig durch undergroundige Großstadtspelunken tourt.

Gestern in Berlin war das kleine, als Hip-Hop-Institution wohlbekannte Cassiopeia gut, aber nicht gänzlich gefüllt, als Deeds und seine Beat-Provider William Hutson und Jonathan Snipes aus dem sonnigen Los Angeles am dicken B oben an der Spree vorbeischauten.

Stimmlich angeschlagen war es kurzer, harter Hip-Hop-Spaß. Clipping. haben sich inzwischen in der Auskenner-Blogosphäre einen Namen gemacht mit ihren Hochgeschwindigkeits-Raps, gepaart mit industrial-schroffen Break-Beats aus der Aggro-Gruft.

Die ballerten nicht zu knapp aus den Lautsprechern und wurden von Hutson und Snipes durchaus frei und kreativ, wie man am überraschten Lachen von Rapper Deeds das ein oder andere Mal ablesen konnte, dargeboten, inklusive überzogener Beat-Regler-Theatralik und der-DJ-dropt-den-Bass-Pose.

Das Avantgardeske an Clipping. ist ihre konsequente Unzugänglichkeit. Der gebrochene Break-Beat will nicht grooven, die gedropten, lyrischen Highspeed-Lines sind viel zu schnell zum Mitrappen. Das ist als zufälliger You-Tube-Clip außergewöhnlich, krass und bisweilen spaßig.

Live wird das jedoch ein Brei, eine Penetrationswut der Krassheit, die, sehr gemäß dem Publikumsdurchschnitt, nur sehr jungen Ohren als genialisch anmutet. Wären echte Hooks und groovige Melodie-Spielereien Teil ihres Sounds, die Krassheiten also wohlverdienter Höhepunkt einer musikalischen Entwicklung innerhalb eines jeden Songs, würde Clipping. in einer anderen Liga spielen.

So verbleiben sie mit ihrem Rap- und Beat-Geballer eher als großer Aufreger für die Spätpubertät.

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