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Antilopen Gang – Anarchie und Alltag – Der Aversionen dritter Teil

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The Boys are back in Town: Zwei Jahre nach ihrem Album “Aversion”, ein Jahr nach dem Free-Download „Abwasser“ melden sich Danger Dan, Koljah und Panik Panzer – Deckname Antilopen Gang – zurück. Auch wenn es in dieser Zeit alles andere als ruhig um die Jungs war, wurde die neue Platte von Fans des subversiven Raps sehnsüchtig erwartet.

Nachdem das Trio eine gefühlte Ewigkeit im Nimbus des Undergrounds verbrachte, gelang ihm 2014 mit „Aversion“ der Durchbruch. Sie wurden gefeiert; für ihren Wortwitz, ihre politische Stimme und dafür, dass sie einfach so sympathisch sind. Schnell erkämpften sich die ehemaligen Underdogs den Weg in den populären Mainstream bis hin zum bürgerlichen Herz der Nation – der Tagesschau.

Im Gepäck der neuen Scheibe, deren Titel an den Meilenstein von Fehlfarben von 1980 angelehnt ist, haben die Herzbuben des Deutschraps 14 Tracks, die bepackt sind mit Wortwitz, Selbstironie und einer Prise Ernsthaftigkeit, die hin und wieder ihrer voyeuristischen Natur nachgibt und unter dem Deckmantel der Albernheit hervorschaut. Dementsprechend finden sich hier Songs wie „Patientenkollektiv“, der von psychischen Krankheiten spricht, neben Titeln wie „ALF“, der dem berühmten katzenfressenden Alien gewidmet ist.

Auf ihre jüngste Entwicklung und das damit zusammenhängende Image als „Vorzeige-Rapper“ nimmt die Antilopen Gang in dem Song „Das Trojanische Pferd“ Bezug. Die „Quotenrebellen“ haben ganz Deutschland reingelegt und sind nun bereit, uns ihren diabolischen Masterplan zu präsentieren. Wie dieser Pinky-und-der-Brain-Plan aussieht, verrät der Track „Baggersee“: Mit der Hilfe einer Atombombe soll Deutschland in einen riesigen Baggersee verwandelt werden. Vielleicht sollten sie sich zur Planung dieses dystopischen Naherholungsgebiets nochmal mit K.I.Z besprechen.

Die Antilopen Gang ist ein Kollektiv von passionierten Kritikern, das sich nicht nur gegen den deutschen Staat wendet, sondern direkt zum Rundumschlag ausholt. Kein Wunder also, dass auch „Anarchie und Alltag“ nicht frei von Aversionen ist – gegen Nazis, Tinder, 9/11-Verschwörungsanhänger, die Alt-68 und was es sonst noch so gibt.

Das neue Album lebt von Gegensätzen, von der Verbindung von Absurdität und Ernst, mit der die Antilopen Gang bereits bei „Aversion“ und „Abwasser“ punkten konnte. Mit seinen Vorgängern verbindet es nicht nur eine inhaltliche Nähe und ein Faible für Albumtitel, die mit ‚A‘ beginnen, sondern auch den bewährten Antilopen-Sound:

Mal rappen sie allein, mal gemeinsam, mal mit Unterstützung ihres Lieblings-Buddys Fatoni. Mal bleiben sie dem klassischen Hip-Hop treu, mal probieren sie sich an anderen Stilrichtungen aus, mal verfallen sie für einen kurzen Moment dem Punkrock. Gerahmt wird das Ganze von einem eingängigen Rhythmus, der zum amateurhaften Mitsingen verführt.

Manch einer mag der Antilopen Gang nun vorwerfen, dass sie mit „Anarchie und Alltag“ nichts Neues wagt, keine Überraschung bereithält und auf dem altbekannten Kurs verharrt. Aber vielleicht ist gerade die Tatsache, dass sie nach zwei überaus erfolgreichen Platten einen würdigen Nachfolger liefert, der die Latte weiter hochhält, schon Innovation genug?

Und mal ehrlich, wer kann ein Album, das eine Hymne auf die wohl schönste Scheibe der Welt – die Pizza – singt, nicht feiern? – Also: ‚Viva La Margherita‘!

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