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Horse Thief – Trials And Truth

Dafür, dass die Mitglieder von Horse Thief an der Academy of Contemporary Music in Oklahoma studierten, veröffentlichten sie vor zwei Jahren mit „Fear In Bliss“ ein aus musikalischer Sicht äußerst bodenständiges Debütalbum: Plüschiger Indierock mit den staubigen Americana-Reminiszenzen des mittleren Westens. Von Posse und technischer Akrobatik nicht der Hauch einer Spur.

Der Nachfolger „Trials & Truth“ will nun in Sachen Understatement sogar noch ein bisschen tiefer stapeln. Die fünfköpfige Band spielt irgendwie hübsch zusammen komponierten Indiefolk mit bärtigem Cowboy-Esprit, an dem nichts zu finden wäre, woran man sich ernsthaft stoßen könnte – außer eben, dass man sich an nichts stoßen kann.

Vom Opener „Another Youth“ einmal abgesehen, der über so etwas wie eine Gitarren-Hook verfügt, schwadert hier alles mit Wollust an der Aufmerksamkeitsschwelle vorbei, macht beim Verzicht, gegen die leichte Strömung anzuschwimmen, ganz nette Geräusche und will auf keinen Fall irgendwo hängen bleiben.

Dagegen scheinen die ähnlich gewickelten kanadischen Indierocker von Wintersleep so richtig Feuer im Outback zu haben. Die bedeutenderen Songs sind ihnen auf jeden Fall sicher. Horse Thief Sänger Cameron Neal erinnert dann auch öfter mal an Wintersleep Frontmann Paul Murphy, findet aber nie zu ähnlich packenden Melodien. Man vermutet fast, er macht das absichtlich.

„Falling For You“ oder „Little One“ strotzen in dieser Hinsicht vor einfältiger Langeweile! Schleppende Gitarren, süßliche Rasselstimme, ein paar Klaviernoten und ein straight forward Schlagzeug (nach acht Takten kommt ganz sicher das Fill-Inn).

So klingt eine Band, die man hauptberuflich schuftend auf einer amerikanischen range vermutet, und die gelegentlich auf der Veranda ein bisschen zusammen musiziert. Bevor hier aber jemand zum Pferdestehlen loszieht, wollen erstmal die Kühe gemolken werden.

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