You Me At Six – Night People

„I’ve got a feeling, I’ve got a feeling“ und nochmal „I’ve got a feeling, nobody knows that you’ve got a heavy soul“ Danke lieber Josh Franceschi! Und wir haben den Eindruck, dass du selbst nicht glaubst, was du da singst. Sonst würde das doch unmöglich so furchtbar affektiert klingen?!

Deine vier Mitstreiter von You Me At Six mühen sich mit bewährten „Ohs“ und „Ahs“ aus der B-Seiten-Schmiede der Kings Of Leon um etwas Nachdruck. Überzeugungstäter wollen auch sie nur ungern sein.

Was also ist der Antrieb hinter „Night People“? Oder kann es etwa sein, dass ihr mit voller Absicht zum fünften Mal Fallobst im Sinkflug serviert? Vorhersehbar, überreif, schal?

Okey, insgesamt habt ihr es etwas härter angehen lassen als auf dem Vorgänger „Cavalier Youth“ (Fast schon wieder gewagt, wenn man bedenkt, dass ihr damit auf Platz Eins der UK-Charts wart). Das bedeutet letztlich, dass aus belanglosem Poprock an einigen Stellen belangloser Cockrock wurde.

Bei euren Tourbegleitern Paramore – zumindest bei deren Anfangsphase – hättet ihr doch nachhören können, wie das geht mit simpel gestricktem, glattpoliertem und dennoch schmissigem Emorock, der auch abseits der Adoleszenz noch Potential zum Mitwippen besitzt.

Stattdessen seid ihr lieber euren Verbündeten von All Time Low auf den Fersen, die mit ähnlichen Plattitüden ein Fangnetz über hilflose, pubertierende Seelen auswerfen: „I’ve been wasting all this time, trying to keep you off my mind.“

Mag sein, dass missverstandene Teenis solche Zeilen erneut lauthals an ihren Zungen-Piercings vorbei kreischen. Nur wachsen die parallel zu ihren einlaufenden Fangirl-Shirts auch irgendwann aus dieser Musik heraus. Und was bleibt dann noch übrig?

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