The xx – Live im Zenith, München

Vier Jahre lang mussten Fans von The xx warten, bis „I See You“, das dritte Studioalbum vollendet war. Vier Jahre Pause reichten, um das Konzert zum Album im Münchner Zenith schon Wochen vorher restlos auszuverkaufen. Schließlich erfreuten sich The xx allein in Deutschland insgesamt bereits 400.000 begeisterter Konzertbesucher und jeweils Goldstatus für die ersten beiden Studioalben.

Über 5.000 Fans pilgerten gestern Abend in die postindustrielle Kulturhalle in München-Freimann. Während des Auftritts des supportenden Floating Points, einem britische Elektro-DJ, verweilten die meisten Besucher noch an der Bar oder verteilten sich in Gruppen über die Halle, schenkten dem Solo-Act aber wenig Beachtung.

Erst als die drei Mitglieder von The xx die moderne, vollständig mit Spiegeln ausgekleidete Bühne betraten, regte sich die Masse zu einem ersten Anflug von Euphorie.

Der Hit „Closer“ erweckte die Erinnerungen an die Alben aus der Vergangenheit und liess das Publikum in Nostalgie schweben. Die neu vorgestellten Nummern wie „Lips“ oder „Say Something Loving“ waren tiergehend und geradezu hypnotisierend, schafften es aber dann doch nicht, die Zuhörer aus ihrer Verbrämung zu lösen.

Erst mit der Single „On Hold“ wurden zunächst die Lichtshow, die Effekte des verspiegelten Bühnenbildes und schließlich die Emotionen im Publikum beschleunigt. „On Hold“ hat, wie der Rest des neuen Albums einen deutlichen Einschlag ins Elektronische.

Zwischen den eher ruhigen Alt-Fans des britischen Trios sah man nun auch ein paar Raver in der Masse. Sänger und Gitarrist Oliver kündigte an, vor dem nächsten Track aus Gründen der Beweglichkeit seine Stiefel ausziehen zu müssen.

Nach genau 90 Minuten Spielzeit kündigte sich pünktlich das Ende des Auftritts an. Das bekannte „Intro“ aus dem Album „XX“ und „Angels“ von „Coexist“ waren die einzigen Zugaben, schafften es aber, die Stimmung unmittelbar vor Abschluss gipfeln zu lassen.

Genauso wie der unverwechselbar tiefe und ruhige Dream-Pop Sound der Band verlief auch das Konzert eher besinnlich und friedlich als laut und eskalierend.

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