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Xiu Xiu – Forget – Kontrastarbeiter

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„Ein leichtes leises Säuseln“ vom Einstürzende Neubauten Album „Perpetum Mobile“ beschreibt am treffsichersten, was Jamie Stewart – Mastermind von Xiu Xiu – nicht selten mit seiner Stimme tut. Beide Bands sind außerdem im Geiste verschwägert und changieren ihre seltsame Musik kunstvoll zwischen Opernhaus und Schrottplatz.

Klar, dass dabei oft genug auch das genaue Gegenteil von leise und säuselnd entsteht. Störgeräusche, Noise-Schmerzen und Dadaismus-Lautmalerei. Dazwischen Melodie, Schmeichelhaftes, Zutrauliches. Dann wieder Unverständliches und ausnahmslos Verwirrendes.

Was bei den Neubauten zuletzt weniger ausgeprägt war, ist für Xiu Xiu noch immer Prinzip:  Kontrastarbeit um jeden Preis! Das Schöne und das Biest. Ästhetik und Hässlichkeit und jederzeit mehr können als nur laut und leise zu wollen.

Der Gangsta-Rap-Auftakt aus dem Opener „The Call“ wird mit einem „Clap Bitches“ stimuliert, dann in sich gebrochen und schließlich diametral allen übrigen Songs von „Forget“ gegenübergestellt.

„Wondering“ ist die verdrogte Disko aus einer anderen Welt, „Get Up“ die morbide Ballade, in der der Tod als Leit- und Leidmotiv am greifbarsten wird – und Stewart sein Säuseln wieder hat. „Faith, Torn Apart“ mimt den Totengräber-Noise mit Spoken-Word-Finale.

Das 14. Album in 15 Jahren, mag, wie andernorts zu lesen ist, Song-orientierter ausfallen als viele seiner Vorgänger. Das bedeutet nur noch lange nicht, dass „Forget“ zugänglich wäre.

Wer wie Jami Stewart den Twin Peaks-Soundtrack von Angelo Badalamenti neu interpretiert, sich an Mozarts „Zauberflöte“ abarbeitet und seit Jahren die US-Avantgarde-Szene bestimmt, der wird in diesem Leben keine fasslichen Popsongs mehr schreiben.

Der Sky-Abonnent eine Etage tiefer winkt „Forget“ in seinen besseren Momenten als „anstrengend“ ab und lädt es auf die Müllhalde seiner verlausten kulturellen Prägung. In den schlechteren schreit er „Katzenmusik“ und „Lärmbelästigung“.

Eines hat er dabei vergessen oder nie gekannt: Alles entsteht in Relation. Das Schöne wird noch schöner in Beziehung zur Hässlichkeit. Leise ist das Kontrastprogramm von Laut. Warm und kalt sind so relativ wie die Zeit. Und Glück kann nur entstehen, wo auch Leid ist.

Auf musikalischer Ebene sind Xiu Xiu in dieser Hinsicht noch immer unnachahmlich.

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