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Pttrns – Material Und Geschichte

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Mit Pattern, im Sinne einer harmonisch, beziehungsweise rhythmisch wiederkehrenden Struktur, hätten Pttrns auch mit „a“ und „e“ nicht viel gemein. Bereits auf „Science Piñata“ und dem folgenden „Body Pressure“ vor vier Jahren war unüberhörbar, dass das Anliegen von Benjamin Riedl, Daniel Mertens, Hendrik Freese und Patrick Hohlweck in der Fusion von Tradition und Moderne begründet liegt.

Da Musik auch ein Spiegel der gesellschaftlichen Verhältnisse ist, kann „Material & Geschichte“ als Gleichnis für die auslaufenden sozialen Modelle unserer Tage hin zu neuen Aspekten des Zusammenlebens gesehen werden. Was lokal und erst recht weltpolitisch dato unvereinbar scheint, setzen Pttrns mit der Kraft der Töne gleichberechtigt zusammen.

Prominent unterstützt von Andreas Spechtl, der auch selbst in die Saiten greift, treffen Soundideen von gestern auf Klangvisionen der Zukunft. Ein wenig schimmert die Tanzbarkeit der letzten Ja, Panik Platte durch, aber auch Fußspuren der Solo-Platte des Gastes der Band lassen sich erkennen.

Der Einstieg vom „Second Ethics“ erinnert an die Düsseldorfer Schule, als würden Elektro-Pioniere von einst einen Röhrensynthie auf Gegenwartsfähigkeit testen. Rasch übernimmt die klare Gitarre den Staffelstab.

So wie die Band live das Handwerkszeug tauscht, wird das Führungsinstrument hier wie in den restlichen Stücken beständig wechseln, wird Perkussion-Zauber und mit künstlichen Tönen interagieren, wird analog und digital den Gleichschritt wagen.

Gesangsfalsett trifft auf das Altsaxofon-Spiel von der einstigen Die Heiterkeit Bassfrau Rabea Erradi, deren jetzigen Mitglied Sonja Deffner auf „Material & Geschichte“  mit Klarinetten-Passagen in „Armado“ glänzen wird.

Es funkt und groovt, Kopfwippen im The Notwist Modus ist bei „Mirrors“ angesagt, flächig die Keyboards von „Big Sur“, auf denen die Gitarrentöne wie Wachs tropfen, unkonventionell „Houses And Numbers“. Soundschleifen repetieren, hypnotisieren, einmal im Sog der Stücke hilft nur deren Ende, um sich deren Zugriff zu entziehen.

Mit dem federleichten „High“ schließt der einzige deutschsprachige Titel „Spanische Allee“ das Album. Acht Akte tanzbarer Weltmusik, experimentell in der Ausführung, futuristisch in ihrer Architektur.

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