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Judith Holofernes – Ich Bin Das Chaos

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„Ich bin das Chaos“, der Refrain vom titelgebenden Track zu Judith Holofernes‚ neuem Album, braucht eigentlich nur ein Hören, um sich als ein wuchtiger Ohrwurm einzunisten. „Alles in Ordnung, ich bin hier“, singt es dann im Ohr und geht nicht mehr weg.

Das ist aber auch gar nicht sonderlich schlimm, schließlich passt dieser catchy tune eh oft ziemlich gut. Bewohner*innen von unaufgeräumten Kinderzimmern fühlen sich genau so angesprochen, wie Autor*innen mit Knoten im Kopf. (Letzteren empfiehlt Judith Holofernes übrigens „Übt euch im NICHTS TUN!!!“, was ja meistens leichter gesagt ist als getan.)

Als Zentrum des Albums funktioniert „Ich bin das Chaos“ ganz hervorragend. Drumherum hat Judith Holofernes noch zehn weitere Tracks versammelt, die eine ganze Bandbreite an Stimmungen bedienen: Zweifel, Zuversicht, Glück.

Am weitesten entfernt von „Ich bin das Chaos“ wurde der mit Abstand traurigste Track platziert: „Der letzte Optimist“. In dem klavier- und streicherlastigen Song geht es um das Gegenteil von Inspiration und von kreativem Chaos. Es geht um Antriebslosigkeit, der man nicht viel abgewinnen kann, um Depression. Das erste Wort des Albums ist „nichts“.

Aus dem Elend heraus hilft dann „Oder an die Freude“ – ja, genau, ein Beethoven-Schiller-Zitat. Die Alternative zum „Nichts“ ist hier gleich „Alles“. Dass das live auch gut im Chor mit dem Publikum funktionieren wird, kann erahnen, wer Judith Holofernes‘ Sing-Tutorials bei Twitter anschaut! Call and response par excellence.

Dass Judith beim Songwriting von einem gewissen Spieltrieb ergriffen wird, hatte sie auf dem Vorgängeralbum „Ein leichtes Schwert“ (2014) besonders am Song „M.I.L.F.“ deutlich gemacht. Das Akronym stand hier für „Mixtape I’d like to fuck“. Aufgezählt und zitiert wurden all die Hits der musikalischen Sozialisation – „X-Ray Spex, The Slits, The Nits“ –  bis das besungene Paar vor dem Plattenregal miteinander abstürzte.

Das „M.I.L.F“ von „Ich bin das Chaos“ ist „Analogpunk“ – noch so ein Ohrwurm! Hier sind es aber nicht die Gemeinsamkeiten, die für Attraktion sorgen. Motto könnte eher sein ‚Gegensätze ziehen sich an‘: „Ich schreib ein Blog, du ein Buch. Ich mag Chats, du Besuch. Ich kenn die Log-Ins, du Kenny Loggins. Ich Plug-Ins, du Bilbo Baggins“.

War auf „Ein leichtes Schwert“ die Tierchen-Dichte noch ziemlich hoch – Judith Holofernes hat zwischenzeitlich gar einen Gedichtband, inspiriert von Tieren, veröffentlicht – müssen die Tierchen auf „Ich bin das Chaos“ übrigens mit der akustischen Lupe gesucht werden. Immerhin, wer genau hinhört, kann ein Pferd finden. Und eine Maus, wie einst im Bilderrätsel in der Fernsehzeitung der Oma.

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