Generic selectors
Exact matches only
Search in title
Search in content
Search in posts
Search in pages
Sylvan Esso (Credit Shervin Lainez)

Sylvan Esso – What Now

“What Now” – was nun? Das kann man sich schon mal fragen, wenn der Brexit bevorsteht, Krieg und Gewalt an allen Ecken toben und ein Mensch wie Donald Trump zum mächtigsten Mann der Welt gewählt wird.

Unter dem Damoklesschwert dieser politischen – nun ja – Irrungen und Wirrungen ist auch das neue Album des amerikanischen Indie-Popduos Sylvan Esso entstanden.

„What Now“, so heißt es, beschreibe das unvermeidliche Tief, das zwangsläufig auf jedes Hoch folge, und sei befeuert durch die Erkenntnis, dass es manchmal keine klar formulierten Lösungen mehr geben könne. Ein Pessimismus, der vor allem in den Texten von Sylvan Esso steckt:

„Shine the love out from my head, it’s just pretend“ singt Sängerin Amelia Meath in “Just Dancing”. Ihrerzeit war sie Mitglied des Folktrios Mountain Man, die Vorliebe für a cappella mitsamt minimalistischer musikalischer Untermalung ist bis heute geblieben. Nur gehen die verschiedenen Stimmen jetzt eben auf eine Loop Station zurück. Dabei erinnert der Gesang an den von Deb Talan, bekannt als Sängerin von The Weepies, entfaltet aber wesentlich mehr Facetten.

So beginnt der Track “Sound”, der Album-Opener, mit leisem atmosphärischen Geknister. Ein Geräusch wie das eines leer laufenden Grammofons oder das Leiern einer unbespielten Kassette – irgendwie von gestern.

Ein Eindruck, der sofort gebrochen wird, wenn dann eine melancholische Synthiemelodie einsetzt, die wiederum von der Stimme, den Stimmen der Sängerin aufgenommen wird. A capella aus Mensch und Maschine sozusagen. Und auch, wer den Hype um das erste Album 2014 nicht mitbekommen hat, der merkt: Bei Sylvan Esso sitzt jeder Ton.

Dass auf den melancholischen Einstieg wesentlich flotter “The Glow” folgt, bestätigt den Eindruck: Ein leichtfüßiger Track mit wahrhaftigem Ohrwurmpotential. Und dennoch bleibt “Slack Jaw” mein Lieblingstitel der Platte. Obwohl – oder weil – er zwar sehr traurig klingt, aber eben auch furchtbar schön.

“What Now” spielt mit Stimmungen und Dynamiken, bleibt dabei rund und vor allem dem Sylvan Esso-Sound treu, der schon 2014 so begeistern konnte.

Schreibe einen Kommentar