„There’s this mainstream view right now, that, oh, everything’s fucked, isn’t it?“ wunderte sich Health-Gitarrist John Famiglietti jüngst hinsichtlich der aktuell verbreiteten Stimmungslage.
Das kann man so sehen, was natürlich dem musikalischen Charakter der Band aus L.A. in die Hände spielt, ihrer dystopischen Zukunftsmelodie, die den Texten von Sänger Jacob Duzsik, die vom Nahkampf gegen Persönlichkeitsstörungen und Depressionen erzählen, aber eben auch von der Angst vor dem, was sich global zusammenbraut, einen idealen Nährboden bietet.
Welcome to the „Darkage“ – so einer ihrer aktuellen Titel – also, dabei eröffnet „Ordinary Loss“ die neue Platte „Conflict DLC“ mit beinahe tröstlichen Tönen – bevor die Lärmschutzwand fällt und für den Rest der Aufnahmen auf kompromisslose Härte – die Band hat sich auf der letzten Tour zwischen den Szenegrößen Slipknot und Sleep Token für die Zukunft auf mehr Feuerkraft geeinigt – schließen lässt.
Trotzdem gab es nach den erfolgreichen letzten Jahren für Health keinen Grund, ihren Stil-Clash in Frage zu stellen und bei dem bleibt es auch auf „Conflict DLC“.
Mitverantwortlich dafür, dass ihr Industrial-Bombast auch dato Genregrenzen pulverisiert, sind Drew Fulk aka WZRD BLD, der die Nummern mit Aggressivität flutet und Lars Stalfors, der die Synthies latent unheimlich klingen lässt.
Die Interessengemeinschaft aus ihnen, den Musikern und Produzent STINT, macht aus dem Nachfolger von „Rat Wars“ (2023) ein Schneller-höher-weiter-Produkt, auf dem Metal mit Pop flirtet und sich mit EBM-Beats kreuzt.
Da kennt „Burn The Candles“ ebenso wenig ein Speed-Limit, wie „Vibe Cop“ Gefangene macht; entwickeln sich im melancholischen Breitwandcore von „Thrash Decade“ sinfonische Momente, quält das Instrumental „Torture II“ mit der Ungewissheit des Doppelbödigen, um direkt in der Semi-Ballade „Antidote“ aufzugehen; und verbreitet „Don’t Kill Yourself“ nicht nur thematisch eine beschwörende Atmosphäre.
Wenn sich „Conflict DLC“ via „Wasted Years“ mit einem Hüftwackler für den lokalen Szene-Club verabschiedet, war darauf wieder für alle aus der „Koalition der Subkulturen“ – so Health über ihre Fangemeinde – etwas passendes dabei.
