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alt-J – Relaxer

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Mercury Preise zum Debüt werfen lange Schatten. Mit zwei sensationellen Alben für das weite Feld des Art-Rock-meets-Indie-Pop-meets-Indietronic namens „An Awesome Wave“ und „This Is All Yours“ von 2012 und 2014, fragten sich viele, wie es mit einer der besten und gleichzeitig populärsten Gegenwartsbands, die nicht Mainstream sind, weitergehen würde.

„Relaxer“, das dritte Album der seit dem Zweitwerk zum Trio geschrumpften Band alt-J aus Leeds, gelingt ein ansehnlicher Spagat nach zwei Werken, die in ihrer Klangwirkung und in ihrer Soundwelt durchaus zusammengehören. „Relaxer“ ist irritierend anders, aber „Relaxer“ bleibt dabei auch typisch alt-J.

Ohne, dass alt-J je eine Uptempo-Band gewesen wären, entschleunigt sich die Klangwelt hier doch sehr. Zum Greifen oft bleibt Zeit förmlich stehen, flirrt mit der Musik auch die Luft wie in Action-Zeitraffer-Sequenzen eines Blockbusters.

Was als einzige Kontinuität zum letzten Album sich noch verstärkt haben mag, sind – oft durch Harfengebrauch erzeugte – mediviale Klangmomente.

Sicher, Joe Newman, Thom Green und Gus Unger-Hamilton bleiben das Trio, welches aus verschiedensten Ingredienzen – zarter Folk-Gesang, Schrammel-Rock, Hip-Hop-Beats, verquere intellektuelle Art-Pop-Rhythmik, seltsame postmoderne Synthie-Sounds – ein gelungenes Ganzes kreieren, und sind nicht unter die Mittelalternostalgiker gegangen.

Dennoch wirkt „Relaxer“ stärker aus der Zeit gefallen als die ersten Alben, und das ist ein Gewinn. Mit einem Album, das in die gleiche Kerbe schlüge wie die, mit denen sie zu Ikonen eines bereichernden Indie-Sounds wurden, hätte sich die Begeisterungsfahne womöglich gedreht.

Stattdessen fordert „Relaxer“ seine Zuhörer im positiven Sinne, schenkt ihnen Zeitlosigkeit und durchaus das ein oder andere Fragezeichen. Dass die Songs nicht so viel emotionales Feuerwerk zünden, wie so viele auf „An Awesome Wave“ und „This Is All Yours“, werden viele vermissen.

Die Logik von „Relaxer“ ist, dass auch andere, weniger überbordende Gefühlslagen es wert sind, in schöne Musik gegossen zu werden; und das ist ein honorierungswürdiges Wagnis.

Auch die Mitte eines Gefühlsspektrums kann spannend sein.

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