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Egotronic – Keine Argumente!

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Bundesrepublik Deutschland, Frühjahr 2017. In der krisengeschüttelten Welt hält inzwischen selbst der vermutlich bald für das Bundespräsidentenamt vorgeschlagene Campino das Land für eine Säule der Demokratie.

So weit ist es gekommen. Was die Audiolith-Veteranen Egotronic nicht daran hindert, ein hartes, politisches Album mit der Sicht jenseits des 10-Punkte-Kataloges aus dem Innenministerium auf die Stimmung im Land abzuliefern.

Nachdem vor zwei Jahren mit „C’Est Moi!“ ihre Elektro-Klassiker in krachende Punk-Band-Versionen umgewidmet wurden, setzen Torsun Burkhardt, zuletzt mit mESMO in stilistisch ganz anderem Fahrwasser unterwegs, und seine Mannschaft auf dem achten Album erneut auf die Kraft von Gitarre, Schlagzeug und Bass in Kombination mit eingearbeiteter Spielkonsolen-Elektronica.

Selbst Produzent Rod González (Die Ärzte) lässt es sich nicht nehmen, bei „Odenwald“, einem Song mit Reimen, die nur noch von „Sandokan, Völkerball, Sergei Bubka springt ins All“ (Elsterglanz in „Wir sind total bescheuert“) getoppt werden, höchstpersönlich in die Saiten zu greifen.

Wo früher mit munterem Rave gegen Gesellschaft und Staat getanzt wurde, bekommt dieser im Opener „Deutschland, Arschloch, fick dich“ direkt auf die Zwölf, unterstützt von Jeans Team, Johnny Weltraum, Mille Petrozza und Emilie Krawall geht es in diesem Sinne weiter. Agitation dieses Kalibers gab es zuletzt gefühlt von den Skeptikern in den Neunzigern, zu Zeiten, als Terrorgruppe noch keine Schlager sangen, oder aktuell von Feine Sahne Fischfilet.

Es reihen sich Einspieler von der Bundeskanzlerin bis zur Wutbürgermeinung aneinander, ob „Scheiße bleibt Scheiße“ oder „Hauptstadt der Bewegung“: Egotronics Bestandsaufnahme ist schonungslos und langt in Sachen Mitgröhlfaktor ordentlich hin.

Das freut die Zielgruppe, erreicht außer den Adressaten niemanden, dabei bietet sich doch derzeit eine Version 2.0 vom Exportschlager Leitkultur an, um aus der sogenannten Mitte der Gesellschaft ein paar Musik- und Politikinteressierte abzuholen.

Planet Germany wird sich mit dieser Platte nicht ändern, sie bietet neben überschaubarem Sound keine Lösungen für die Themen der Zeit. Die eindeutige Positionierung der Band bleibt damit die einzige Botschaft von „Keine Argumente!“.

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