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Lea Porcelain – Hymns To The Night

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Auch in Deutschland trägt man Schuhe. So oder so ähnlich könnte die Schlussfolgerung lauten, die man nach dem ersten Durchhören von „Hymns To The Night“ trifft. Lea Porcelain starren so schön auf das besohlte Kleidungsstück, wie Bands von der schwindenden Seite Europas.

Julien Bracht und Markus Nikolaus trafen in Offenbach aufeinander, und machen Musik, die so gar nicht nach Offenbach klingt – no offense. Was das explizit bedeutet?

Kann man sich gleich im ersten Track genauestens anhören. „Out Is In“ ist irgendwie düsterer Tame Impala, weil die Synths und der Bass so gut und spärlich zugleich durchkommen. Kontemplative Urkraft lässt dem Gesang dann gerade so viel Platz, das man mitsingen kann.

Der Sound ist dicht, bedrohlich und trotzdem extrem frei. Im Aufbau von „Warsaw Street“ zum Beispiel unterliegt alles von Post-Rock über Shoegaze und Synths einem gewissen Schwarzfilter, Noir-Stimmung, Ende.

In „Hymns To The Night“ kann man vieles hören. Tatsächlich hymnische gospeleske Einlagen in „Remember“ fügen sich in eine Klangszenerie, die ähnlich wie Cigarettes After Sex wirkt, aber eigentlich weder theoretisch noch praktisch etwas mit der Band aus New York zu tun hat.

Das Nachtleben ist sowieso Zentrum des Albums. Zwielicht, Dämmerung und distanzierter Gesang lassen das sonnendurchflutete Cover und den klangästhetischen Namen wie Antithesen zum eigentlichen Produkt werden.

Das einzige Problem, das sich erwartbar an das komplette Durchhören des Albums bemerkbar macht, ist die fehlende Überraschung in der einen Idee, die auf „Hymns To The  Night“ beinahe perfekt umgesetzt wird.

Kaum Spannung, Geschichte oder Kapitelhaftigkeit ist im gleichen Moment aber auch Statement der Emanzipierung eines Sounds, den es so ähnlich schon lange gibt.

Lea Porcelain treten den Beweis an, dass ihnen das festgetretene Genre nicht einfach als Vehikel dient, sondern wirklich ihnen gehört, von ihnen umgebaut wird und in der Gegenwart seinen Platz finden kann. Innovation aus Offenbach? Klingt komisch, ist aber so.

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